Laut übereinstimmenden Medienberichten hat Nagelsmann den Hoffenheimer Baumann, der als gesetzter Stammtorhüter für die WM 2026 galt, über das Sensations-Comeback von Neuer telefonisch in Kenntnis gesetzt. Der "ewige Neuer" kehrt somit wohl trotz einer Saison mit unbestrittenen Highlights, aber auch einigen Patzern und einer latenten Verletzungsanfälligkeit ins Tor der deutschen Nationalmannschaft zurück. Baumann rückt demnach wieder ins zweite Glied.
Eine Entscheidung, die sich in den vergangenen Tagen angedeutet hat und die in Fußball-Deutschland für riesigen Diskussionsstoff sorgt. Im Gespräch mit SWR Sport ordnet der frühere Nationaltorhüter Timo Hildebrand, der mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister wurde, die brisante Causa ein.
Timo Hildebrand: "Sportlich nachvollziehbar"
"Es ist eine schwierige Situation, wenn so kurz vor der Weltmeisterschaft noch einmal der Torhüter gewechselt wird", sagte der 47-Jährige. Er könne das Ganze aber "sportlich nachvollziehen. Manuel Neuer ist immer noch ein guter Torwart. Oliver Baumann aber auch, er hat seine Leistung in den letzten beiden Jahren gebracht. Daher ist es für mich unverständlich."
Nagelsmann begegnete Spekulationen zuletzt immer wieder mit dem Hinweis auf die offizielle Nominierung an diesem Donnerstag (21.05.2026, 13 Uhr). Doch gerade in der Torwartfrage sickerten in den vergangenen Tagen immer wieder Informationen an die Öffentlichkeit durch.
"Ein hausgemachtes Problem"
Für Hildebrand geht es beim möglichen Comeback von Neuer auch ums "Teamgefüge. Die Spieler orientieren sich ja auch. Es gibt auch Spieler, die noch nie mit Manuel Neuer zusammengespielt haben", analysierte der Ex-Profi. "Ich bin gespannt, wie sich das auf die Energie im Team auswirkt, bereits in der Vorbereitung auf das Turnier. Am Ende ist es ein bisschen ein hausgemachtes Problem. Es gab viel Kommunikation, die nicht wirklich glücklich gelaufen ist."
"Oliver Baumann hat ja performt"
Baumann, so Hildebrand weiter, tue ihm leid: "Es ist schwierig, zurückgestuft zu werden. Er hat ja performt." Die Entscheidung sei deshalb "schwierig zu rechtfertigen", so Hildebrand. "Ich bin auch auf die Reaktion von Baumann gespannt."
Der Hoffenheimer Torwart galt nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen als erste Wahl zwischen den Pfosten für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). "Oliver Baumann ist ein guter Typ und sehr diplomatisch", meinte Hildebrand. "Es wird keinen Streit oder gar eine Eskalation in der Mannschaft geben."
Neben Neuer und Baumann gelten Alexander Nübel (VfB Stuttgart) und Jonas Urbig (FC Bayern) als weitere Kandidaten für eine WM-Kadernominierung. Die "SZ" berichtete am Dienstag (19.05.), dass Nagelsmann eventuell sogar vier Keeper mit zum Weltturnier nehmen wird. Das wäre ein Novum. Klar ist: Bestätigt sich die Neuer-Rückkehr, dann fährt der 40-Jährige wohl nur als Nummer eins mit.
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