16-Stunden-Tage und rote Teppiche

So bereiten sich die Gladiators Trier auf den Neustart in der Bundesliga vor

Nach zehn Jahren Zweitklassigkeit spielen Triers Basketballer wieder Bundesliga: Viel Arbeit für die Mitarbeiter hinter dem Team. Vor dem Saisonstart ist noch viel zu tun.

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Von Autor/in Ludger Peters

"Hier sollten wir einen Teppich auslegen, Alex. Für das Geld will keiner auf dem Turnhallenboden sitzen", sagt Florian Hosseini-Görge, Prokurist der Gladiators, und steht vor der neuen Sitzreihe der Gladiators direkt am Spielfeldrand, noch vor der Tribüne. Für eine gute Stange Geld ist man auf den "Business-Plätzen" hautnah an den Spielern dran – Schweißtropfen inklusive.

Hier in Trier muss jeder alles machen

Alex Lessenich hat den Teppich für die zahlungsfreudige Kundschaft auf dem Schirm: "Werden wir maßanfertigen lassen, vielleicht in rot oder doch besser Vereinsfarbe grün? Klappt auf alle Fälle bis Sonntag." Alex Lessenich ist der Pressesprecher der Gladiators, doch eigentlich müssen er und Hosseini-Görge überall anpacken. "Hier in Trier muss jeder alles machen", sagt Prokurist Hosseini-Görge.

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Nach 10 Jahren sind sie wieder da. Und Triers Basketballer kommen um zu bleiben. Sie wollen mehr als Abstiegskampf. Auch wenn der Etat einer der kleinsten der Liga ist.

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Mit sechs Leuten arbeiten sie auf der Geschäftsstelle der Gladiators Trier. "Die Großen wie Alba Berlin oder Bayern, haben da 30 bis 40 Mitarbeiter sitzen", erzählt der Prokurist. "Wir sind natürlich auch kleiner, aber gerade jetzt in unserer ersten Saison in der Bundesliga nach zehn Jahren Pause, sind so viele Dinge neu und viele neue Vorgaben zu erfüllen. Das ist viel Arbeit", erzählt Hosseini-Görge, für den 16-Stunden-Tage zurzeit keine Seltenheit sind.

Ein Sommer voller Arbeit liegt hinter den Mitarbeitern der Gladiators Geschäftsstelle. Die Lizenzunterlagen für die BBL zusammenstellen, unzählige Termine mit neuen und alten Sponsoren, Arbeitsgenehmigungen für Spieler aus dem Ausland, Flüge für die Neuzugänge buchen und die Halle für die Fernsehübertragungen fit machen.

Ich habe auch mal eine Spielerwohnung geputzt

"An einem Tag habe ich zwischen zwei Sponsorenterminen kurzerhand noch schnell eine Wohnung für einen unserer Neuzugänge geputzt. Musst schnell gehen und wir hatten niemand anderen", erzählt Prokurist Florian Hosseini-Görge.

Vier Millionen Euro für die erste Liga

Schon vor mehreren Wochen hat Gladiators-Chef Achim Schmitz zusammen mit seinen Mitarbeitern die größte Hürde gemeistert. Die Gladiators mussten einen Mindestetat von vier Millionen Euro vorweisen, um nach der sportlichen Qualifikation in der Basketball-Bundesliga mitspielen zu dürfen.

Achim Schmitz ist Präsident des Basketball-Bundesligaaufsteigers Gladiators Trier und fiebert dem ersten Saisonspiel entgegen.
Bauunternehmer Achim Schmitz ist Präsident und größter Anteilseigner der hinter den Gladiators stehenden GmbH.

Unser Etat dürfte der kleinsten der Liga sein

Etwas mehr als der geforderte Mindesetat für die Bundesligalizenz sollte es aber schon sein. Und so waren die vergangenen Monate mit Klinkenputzen bei Sponsoren gefüllt. Am Ende haben die Gladiators nun ihr Ziel erreicht, mit 4,5 Millionen Euro in die Saison zu gehen. "Da haben wir viele Gespräche mit alten und neuen Sponsoren geführt. Mit Erfolg. Und trotzdem wird das wohl der kleinste Etat der Bundesliga sein", sagt Achim Schmitz.

Rekord beim Ticketverkauf

Die Euphorie bei den Fans ist groß. Ein wichtiger Einnahmeposten sind die Tickets. Und da gibt es jetzt schon einen Rekord. Die Gladiators haben vor der Saison knapp 2600 Dauerkarten verkauft. Die Hälfte der Sitzplätze in der Arena Trier ist damit schon besetzt. Was die Fans angeht sind die Gladiators erstligareif. Der Zuschauerschnitt in der zweiten Liga lag bei 4200 Fans pro Spiel. Das kann sich auch im BBL-Vergleich sehen lassen.

Aufstiegsteam bleibt zusammen

Die Gladiators haben zwar den kleinsten Etat der Liga, aber auch eines der eingespieltesten Teams. Fast alle Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft sind in Trier geblieben. Insgesamt acht Spieler gehen aus der zweiten Liga mit in die Bundesliga.

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Der neue Aufbauspieler der Gladiators Was Basketballer Eli Brooks über Trier, seine Hochzeit und einen NBA-Star sagt

Eli Brooks soll künftig das Spiel der Gladiators Trier lenken. Er ist der neue Aufbauspieler. Vor seinem Wechsel holte er sich auch Rat bei seinem berühmten Freund Franz Wagner.

Dazu kommt nach langer Verletzung Routiner JJ Mann. Eine homogene Truppe. Auch mit den drei neuen Spielern Eli Brooks, Urald King und Dexter Akkano. Sollte doch noch Verstärkung benötigt werden, werde man das auch noch irgendwie hinbekommen, so Schmitz.

Kleine Änderungen machen viel Arbeit

Auch wenn die Mannschaft steht und der Etat gesichert ist. Es bleiben viele kleine Baustellen bis zum ersten Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, Arena Trier) gegen Rostock. So gelten in der Bundesliga andere Regeln für die Werbung auf Banden und dem Hallenboden als in der zweiten Liga.

"Da sind sehr viele Gespräche mit Sponsoren notwendig gewesen, weil wir denen jetzt zum Teil andere Flächen als bisher anbieten müssen", erzählt Pressesprecher Alex Lessenich.

Die Gladiators Trier haben vor dem Start in die Bundesliga noch viele Herausforderungen zu meistern. Das liegt an Vorgaben rund um die Spiel in der Bundesliga.
Für die Live-Produktionen des Streaminganbieters müssen die Gladiators Personal zur redaktionellen und technischen Unterstützung abstellen.

Für die Fernsehübertragungen eines Streaminganbieters müssen die Gladiators zu jedem Heimspiel zwei Mitarbeiter abstellen, die das Kamerapersonal, die Technik und die Redaktion des Teams als Ansprechpartner vor Ort unterstützen. Absolutes Neuland für den Verein. In der zweiten Liga hat das Trierer Unternehmen Stream Solutions einen Livestream mit Kommentator produziert. Die Gladiators mussten sich dabei um nichts kümmern.

Großes Interesse am Aufsteiger Trier

Auch wenn die anderen Vereine in der Bundesliga sich teurere Spieler leisten können, mehr Geld und mehr Mitarbeiter haben als die Gladiators, ist das Interesse am Aufsteiger von der Mosel sehr groß. So viele Fernsehteams wie nie kämen in diesen Tagen zum Teamtraining und wollten einen Vorabbericht zum Saisonstart machen. Sportzeitschriften fragen Interviews an.

Wir sind ein kleiner Club, der sich oben etablieren will

"Wir sind ein kleiner Club, der sich oben etablieren will, mit einer vollen Halle und lauten Fans. Wenn das mal keine gute Geschichte ist", sagt Florian Hosseini-Görge und macht sich wieder an die Arbeit.

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