Drei paralympische Medaillen - damit war Anna-Lena Forster die erfolgreichste Athletin bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo in diesem Jahr. Mit zweimal Gold und einmal Silber im Gepäck kam die 30-Jährige nach Radolfzell-Stahringen im Kreis Konstanz zurück. Dort wurde sie am Sonntag gebührend gefeiert.
Mono Ski-Star wuchs am Bodensee auf
Anna-Lena Forster fährt bei den Paralympics Monoski. Eigenen Angaben zufolge wurde sie ohne rechtes Bein und mit einem stark verkürzten Oberschenkel im linken Bein geboren. Aufgewachsen ist sie im Radolfzeller Ortsteil Stahringen, auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin fand der Empfang in ihrem Heimatort statt.
Anna-Lena Forster Fanclub reiste zu ihren Wettkämpfen an
Aus Stahringen ist zum Beispiel der "Hennenstall" nach Cortina d’Ampezzo gereist. So nennt sich Forsters Fan-Club, der es sich nicht nehmen ließ, ihre Rennläufe aus nächster Nähe zu beobachten. Von der Tribüne aus machten die Stahringer Stimmung für ihre Athletin. Die freute sich riesig über die Unterstützung, erzählte sie:
Von dem her waren das meine schönsten Paralympics! Bei den Starts habe ich euch schon gehört. Da wird man die letzten Tore einfach nur runtergepusht.
Gemeinsam machte die Gruppe beim Empfang genauso viel Krach wie bei den Wettkämpfen in Italien - zum Beispiel mit Rätschen und Vuvuzelas. Mit dabei in Italien war auch der Stahringer Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann. Der erzählte dem begeisterten Publikum, wie sie die Instrumente erstmal durch die Kontrollen auf die Tribüne schmuggeln mussten. Mit Erfolg: "Danach war eine Bombenstimmung", freute er sich immer noch.
Ehrung in Stahringen auch schon nach den letzten Paralympischen Spielen
Auch ihre letzten paralympischen Erfolge feierte Anna-Lena Forster in Stahringen. Das Erlebte nochmals gemeinsam zu feiern, sei jedes Mal ein besonderer Abend für sie, so die Sportlerin. Ein Highlight sei das für sie schon beim letzten Mal gewesen.
Alle passten nicht in das Stahringer Rathaus, so viele begeisterte Menschen waren zur Ehrung der 30-Jährigen gekommen. Darunter auch ihre sichtliche gerührten Eltern. Autogrammkarten von Anna-Lena Forster waren gefragt und es bildeten sich lange Schlangen, die der Sportlerin zu ihren Medaillen persönlich gratulieren wollten.
Paralympics 2026 in Mailand Cortina Anna-Lena Forster freut sich über Unterstützung aus der Heimat
Für die Monoskifahrerin aus Radolfzell am Bodensee sind diese Paralympischen Winterspiele ganz besonders: Sie jubelt über Gold, Silber - und ihren Fanclub.
Gekommen war auch Radolfzells Oberbürgermeister Simon Gröger, der auch das Goldene Buch der Stadt mitgebracht hatte. Hier durfte sich Anna-Lena Forster eintragen. Schließlich sei sie nicht nur eine verdiente Sportlerin: "Sie ist auch eine Persönlichkeit, die uns alle begeistert". Er erinnerte an die harte Arbeit, die die Erfolge möglich gemacht haben.
Anna-Lena Forsters Ski-Karriere begann früh
Forster lernte schon mit sechs Jahren Ski zu fahren und wurde schnell als Nachwuchstalent entdeckt. Mit elf war sie bereits Teil des deutschen Nachwuchsteams. Ihr Debüt bei den Paralympics gab sie 2014 in Sotschi, wo sie gleich auf drei Medaillenränge fuhr. Vier Jahre später folgte das erste Gold. Sowohl 2022 in Peking als auch in diesem Jahr in Mailand und Cortina d’Ampezzo war sie Fahnenträgerin des deutschen Teams.