"Lipoflitz - Bitte eine Unterschrift. Danke!", steht auf einem der vielen Plakate, die am Samstagnachmittag auf dem Laichinger Marktplatz zu sehen sind. Fans, Familie und Freunde feiern den Tour-Dritten und Gewinner des Weißen Trikots Florian Lipowitz, den der große Erfolg nicht verändert hat. Noch immer ist der 24-Jährige zurückhaltend, bodenständig und eher sparsam, wie er im Interview mit SWR Sport erzählt. Wenn er - wie für den Empfang - in seine Heimatstadt Laichingen zurückkehrt, schläft er in seinem alten Kinderzimmer.
Linsen mit Spätzle nach dem Tour-Erfolg
Als kulinarische Belohnung nach dem dritten Platz in Paris gab es erstmal Linsen mit Spätzle, erinnert sich Florian Lipowitz: "Das ist mein Lieblingsgericht und meine Mama kann das ziemlich gut." Seine Familie sei ohnehin immer seine wichtigste Stütze. Bei der Tour de France fieberten seine Eltern und seine Freundin Antonia vor Ort mit. "Für mich war natürlich super hilfreich, dass sie immer da waren. Das gab super viel Rückhalt", erzählt Florian Lipowitz.
Für Freundin Antonia war es eine verrückte Zeit: "Es war unbeschreiblich. Das kann man gar nicht in Worte fassen." Auch Florian Lipowitz brauchte etwas, um zu realisieren, was da alles in Frankreich passiert ist. Erst in seinem Urlaub habe er nach und nach begriffen, was ihm bei der Tour gelungen ist. "Ich bin natürlich super happy. Eigentlich bin ich dort hin, um erstmal durchzufahren und in Paris anzukommen. Dann am Ende auf dem Podium zu stehen, ist natürlich was richtig Besonderes."
Kurze Pause nach der Tour de France für Florian Lipowitz
Etwas Besonderes, das aber auch besonders anstrengend war: "Die letzten drei Tage waren super hart - also nicht nur körperlich, sondern auch mental." Sein Körper habe nach der Tour de France dringend eine Pause gebraucht. "Wir haben ein Straßenfest gemacht und dann hat er gesagt, er braucht Ruhe", erzählt Oma Christa. "Wir waren am Gardasee und da kam er dann und lag zwei Stunden auf dem See mit der Luftmatratze und hat gesagt: Das war für ihn Erholung pur."
Und zu dieser Erholung gehörte auch, das Handy mal beiseite zu legen. Denn das stand nach seinem Erfolg vor knapp drei Wochen nicht mehr still. "Ich habe ziemlich viele Nachrichten bekommen - nicht nur auf Whatsapp, sondern auch auf Instagram. Da ist mein Profil ein bisschen explodiert."
Rennrad | Tour de France Ein Schwabe erobert die Tour de France: Die Geschichte von Florian Lipowitz
Rennradfahrer Florian Lipowitz aus Laichingen ist der Überraschungsstar der Tour de France. Spätestens jetzt kennt fast ganz Deutschland seinen Namen und daran muss er sich erst einmal gewöhnen. Eigentlich ist der 24-Jährige eher zurückhaltend, schüchtern, ein junger Mann, der einfach nur Fahrrad fahren will, ohne groß im Rampenlicht zu stehen.
Sein Auftritt bei der Tour de France hat Florian Lipowitz deutlich bekannter gemacht. "Wenn ich in Teamkleidung unterwegs bin, dann erkennt mich doch der ein oder andere. Aber es hält sich noch in Grenzen." In seinem Heimatort Laichingen kennen ihn dafür fast alle. Dort werden vor allem seine Eltern immer wieder auf ihn angesprochen. "Aber das ist ja auch was Schönes", erzählt der Tour-Dritte, der mittlerweile in Seefeld wohnt.
Fans in Laichingen feiern Florian Lipowitz
Von mehr als 1.000 Fans in Laichingen gefeiert zu werden, ist für den 24-Jährigen etwas ganz Besonderes: "Es ist natürlich was Schönes, wenn man im Heimatort so empfangen wird. Es freut mich, dass die Stadt was macht und ich hierher kommen konnte." Die meisten Fans sind im Radoutfit zum Empfang gekommen, stehen für Autogramme und Fotos mit ihrem Idol an. "Ich finde es erstaunlich, wie weit er bei seiner ersten Tour schon gekommen ist", erzählt ein Fan und ein anderer ergänzt: "Ich finde es mega stark, ich bin begeistert."