Trotz des Finanzkollapses und teils heftiger Kritik der Konkurrenz darf die HB Ludwigsburg ihren deutschen Meistertitel aus der Vorsaison behalten. "Eine rückwirkende Aberkennung eines Titels ist kein Thema", teilte die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) auf Anfrage der Deutschen-Presse Agentur mit.
Zuvor hatten einige Liga-Rivalen von Betrug gesprochen und die Ludwigsburger heftig attackiert. Geschäftsführer Maik Schenk vom Thüringer HC etwa sprach von einer "erstunkenen und erlogenen Meisterschaft". HB-Vorstandschef Christian Köhle, konterte am Mittwochabend in einer Pressemitteilung, "dass er mit diesem provokativen Auftreten nicht nur sich selbst schadet, sondern auch den gesamten Frauen-Handball erneut in ein fragwürdiges Licht rückt". Müller nutze "die Schwächephase seines größten Rivalen, um für die erlittenen sportlichen Niederlagen der vergangenen Jahre mit unfairen Mitteln nachzutreten", hieß es in einem Statement Köhles, das er am Mittwoch selbst verschickte
Spielerinnen sind nicht mehr an Verträge gebunden
Die HB Ludwigsburg hatte vor zwei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Am Montag hatten die Verantwortlichen die Mannschaft darüber informiert, dass die Finanzierung der kommenden Bundesliga-Spielzeit nicht gesichert sei. Die Spielerinnen - darunter viele Nationalspielerinnen - sind nun nicht mehr an ihre Verträge gebunden. Xenia Smits, Handballerin des Jahres, beschrieb gegenüber SWR Sport ihre erste Reaktion auf diese Entscheidung als "sprachlos, leer, weit weg von der Realität".
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Wie konnte Ludwigsburg die Lizenz erhalten?
Die Liga antwortete auf die Frage, wie der Double-Sieger angesichts der Finanzierungslücke in sechsstelliger Höhe überhaupt die Lizenz für die kommende Saison erhalten konnte, nicht konkret. Man habe die Entwicklungen jedoch zum Anlass genommen, eine erneute Überprüfung der vom Lizenznehmer im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens gemachten Angaben zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Kurz ausgedrückt: Die Lizenzvergabe an Ludwigsburg wird durch die Liga nochmal überprüft. "Hierzu ist der Lizenznehmer vom Lizenzierungsausschuss aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben und entsprechende Unterlagen einzureichen, woraus weitere Schritte folgen können", hieß es in einer Stellungnahme.
Spielt Ludwigsburg weiter in der Bundesliga?
Es bleibt also offen, ob die HB Ludwigsburg kommende Saison überhaupt in der Liga startet. Vom Supercup am 23. August und der Champions League wurde das langjährige Aushängeschild des deutschen Frauen-Handballs bereits ausgeschlossen. Der Verein versucht weiterhin, ein Rumpfteam zusammenzustellen, um so einen Start in der Liga zu ermöglichen.
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Eine Frist, bis wann die Liga eine Entscheidung treffen will, gibt es nach Angaben der HBF nicht. Man wolle die weitere Entwicklung vor Ort abwarten. Klar ist bereits, dass im Falle eines Ausscheidens der HB Ludwigsburg aus dem Bundesliga-Spielbetrieb die Saison 2025/26 mit elf Mannschaften ausgespielt wird. Ludwigsburg stünde dann als erster Absteiger fest.