Reaktionen auf den Rückzug

Aus von Handball-Meister HB Ludwigsburg - "Eine Katastrophe"

Nach dem endgültigen Rückzug des deutschen Meisters HB Ludwigsburg geht die Handball-Bundesliga der Frauen nur mit elf Mannschaften in die neue Saison. Spielerinnen und Konkurrenz reagieren auf das Aus.

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Stand

Die letzte Hoffnung ist dahin, die wochenlange Hängepartie beendet: Der deutsche Serienmeister HB Ludwigsburg wird in der anstehenden Saison der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) nicht an den Start gehen. Trotz intensiver Gespräche sei auch keine "abgespeckte Lösung" für eine Fortführung des Spielbetriebs gefunden worden, erklärten die Insolvenzverwalter des Double-Gewinners am Dienstag. Die Liga startet als Folge am kommenden Wochenende nur mit elf Mannschaften, der Ligaprimus steht als erster Absteiger fest, darf aber seine Meistertitel behalten.

HBL-Spielerin Kudlacz-Gloc: "Wir sind alle im Schock"

Für Handballerin Karolina Kudlacz-Gloc eine Situation, die für sie schwierig in Worte zu fassen ist, wie sie im Interview mit SWR Sport erzählt. Die Polin gehörte zu den wenigen Spitzenspielerinnen, die nach der Auflösung ihres Vertrags noch nicht bei anderen Klubs unterschrieben hatten. "Diese Mannschaft war einfach eine Ausnahme, wir sind alle traurig und im Schock", fasste Kudlacz-Gloc ihre Emotionen zusammen.

Ludwigsburg

Handball | Bundesliga Frauen Aus der HB Ludwigsburg: Loslassen fällt Döll und Co. schwer

Von der Champions League zum finanziellen Aus: Top-Spielerin Antje Döll spricht über die Insolvenz der HB Ludwigsburg und ihre Sorgen um den deutschen Handball.

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Nachdem sie in der vergangenen Saison eine Baby-Pause eingelegt hatte, wollte die 40-Jährige noch ein letztes Jahr in Ludwigsburg spielen und dann ihre Karriere beenden. Sie habe nach der ersten Nachricht von der finanziellen Schieflage noch die Hoffnung gehabt, dass es weitergeht. Aber in der letzten Woche sei ihr immer mehr bewusst geworden, dass es das Ende ist.

Ludwigsburg

Handball | Frauen-Bundesliga Handball-Star Xenia Smits nach Klub-Insolvenz: "Fassungslos und sprachlos"

Handball-Star Xenia Smits ist nach der Insolvenz ihres Heimatklubs HB Ludwigsburg fassungslos. Darum ist die 31-Jährige trotzdem zuversichtlich.

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"Für mich persönlich ist das eine Katastrophe", so die Routinier. Sie sei erst einmal aus Deutschland ausgereist, um Luft zu holen. Ob es für sie im Handballsport weitergeht, konnte sie nicht formulieren. Sie habe derzeit keine Kraft für einen Neuanfang. "Mein Herz schlägt nicht mehr so für Handball, wie es noch vor ein paar Wochen geschlagen hatte." Die Situation habe sehr viel von ihr persönlich ausgesaugt. "Deswegen sind die Handballtüren für mich erstmal geschlossen."

Nationspielerin Antje Döll spricht von "Wahnsinn"

Dass der fünffache Deutsche Meister, dreifache Pokalsieger und Europapokal-Sieger wenige Wochen vor der Frauen-Handball-WM im eigenen Land keine Sponsoren mehr findet und Insolvenz anmelden muss, sei laut Nationspielerin Antje Döll ein "ganz, ganz schlechtes Zeichen". HB Ludwigsburg war das Aushängeschild des deutschen Frauen-Handballs. "Wir haben es vor zwei Jahren ins Champions-League-Finale geschafft, was eine deutsche Mannschaft noch nie geschafft hatte", erinnert Döll. "Da haben einige gesagt: 'Das ist die richtige Richtung'. Wir hätten den Frauen-Handball mit der HB Ludwigsburg auch gerne nach vorne gepusht." Immerhin: "Es wird jetzt in der Bundesliga spannender werden. Definitiv." Dennoch spricht Döll von "Wahnsinn".

Konkurrent Frisch Auf Göppingen ohne Auftaktspiel am Samstag

Geschlossen bleiben werden am kommenden Samstag auch die Türen in der Handball-Arena in Göppingen. Die HBF hatte entschieden, dass am Spielplan keine Änderungen vorgenommen werden. Partien, an denen Ludwigsburg beteiligt ist, entfallen daher ersatzlos - stattdessen hat die jeweils andere Mannschaft am entsprechenden Spieltag spielfrei. Am Samstag hätte der baden-württembergische Liga-Konkurrent Frisch Auf Göppingen zum Saisonauftakt eigentlich die HBL empfangen sollen.

Birute Schaich, ehemalige litauische Handballerin und Sportliche Leiterin in Göppingen, äußerte sich gegenüber SWR Sport zum Rückzug der Ludwigsburgerinnen. "Wir haben uns gewünscht, dass der Verein die Lizenz behält und eine Mannschaft zur Verfügung stellt, dass das Spiel stattfindet", beschrieb Schaich ihre Reaktion auf das HBL-Aus. "Es ist schade, dass im Frauensport so ein Name kaputtgeht."

Für den eigentlich ersten Gegner der HBL war die Vorbereitung auf den Saisonauftakt auch mit Kosten und viel Arbeitszeit verbunden. "Wir konnten das Spiel nicht anlegen, es nicht bewerben und auch keine Dauerkarten und VIP-Karten drucken", beschrieb Schaich die Situation bei Göppingen aufgrund der unklaren Lage in den letzten Wochen. Das Spiel wäre ein erstes Saisonhighlight für die Göppingerinnen gewesen. Sie rechneten mit 2.000 bis 3.000 Zuschauern. "Aber das sind auch die kleineren Sorgen."