Winterspiele 2026 in Mailand Cortina

Paralympics: Diese Südwest-Stars kämpfen um Medaillen

Bei den Paralympischen Winterspielen sind Athletinnen und Athleten aus dem Südwesten am Start. Wer steht besonders im Fokus? Und wer hat Familien-Support dabei? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Paralympics.

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Mit der Eröffnungsfeier in Verona starten am Freitag (06.03.2026) die Paralympics. Mit dabei sind auch viele Sportlerinnen und Sportler aus dem Südwesten – gleich 16 von ihnen starten im deutschen Team für Vereine aus Baden-Württemberg. Sie alle reisen mit paralympischen Träumen, Zielsetzungen und manche mit ganz besonderen Geschichten nach Italien.

Wann geht's los – und wie ist der Zeitplan für die Paralympics?

Die Paralympischen Winterspiele werden am Freitag, den 6. März 2026, mit einer Feier im Amphitheater in Verona (20:00 Uhr) eröffnet. Das Team Deutschland Paralympics wird nicht am Einmarsch der Nationen teilnehmen. Grund ist die "Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus über Wildcards zur Teilnahme an den Paralympics in Mailand und Cortina zuzulassen", gab der Deutsche Behindertensportverband an. "Diese Entscheidung dient sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen."

Ab Samstag stehen dann für die 48 Starterinnen und Starter (darunter acht Guides) des deutschen Teams die ersten Wettbewerbe an. Aus deutscher Sicht ist es das zweitgrößte Team der Geschichte. Nur in Lillehammer 1994 waren noch mehr deutsche Athletinnen und Athleten am Start. Die ersten Entscheidungen fallen am 7. März im Para Ski Alpin und im Para Biathlon.

Welche Athletinnen und Athleten aus dem Südwesten stehen im Fokus?

Mit Anna-Lena Forster aus Singen geht die "Para Wintersportlerin des Jahres 2025" in Italien an den Start. Die Para Skifahrerin vom BRSV Radolfzell, die schon vier Mal Paralympics-Gold geholt hat, geht als eine der Top-Favoritinnen auf die Medaillen auf die Piste. Für Merle Menje (Gottmadingen) sind es die ersten Paralympischen Winterspiele. Viele Fans dürften die Athletin aus der Para Leichtathletik kennen – neben den Sommerspielen ist die 21-Jährige, die für den StTV Singen startet, auch noch im Para Ski Nordisch aktiv. In der Loipe in Tesero kämpft sie um Medaillen. Nach fast zwei Jahren Wettkampfpause kehrt Para-Skirennläuferin Andrea Rothfuss zurück auf die internationale Bühne. Die 36‑Jährige vom SV Mitteltal überwand eine längere depressive Episode und qualifizierte sich für ihre sechsten Winter-Paralympics. Rothfuss gewann bereits 14 Paralympics-Medaillen.

Auf wen gilt es noch zu achten?

Ein besonderes Erlebnis könnten die Paralympics auch für Theo Bold vom WSV Isny werden. Er ist in den Ski-Nordisch-Wettbewerben mit seinem Bruder Jakob Bold als Guide am Start. Für das Team Bold ist es nicht die erste Erfahrung auf der großen Wettkampfbühne, schon die Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr hatten sie gemeinsam bestritten – es sind aber die ersten Paralympics für die Bold-Brüder.

Welche Prämien erhalten die Medaillengewinner?

Analog zu den zurückliegenden Olympischen Winterspielen fallen die Medaillenprämien der Sporthilfe bei den Paralympischen Spielen so hoch aus wie nie zuvor: Für eine Goldmedaille erhalten Athletinnen und Athleten 30.000 Euro (zuvor 20.000 Euro), für Silber 20.000 Euro (zuvor 15.000 Euro) und für Bronze 10.000 Euro. Zudem sind die Sporthilfe-Medaillenprämien für Erfolge bei Olympischen und Paralympischen Spielen nach einem Beschluss des Deutschen Bundestags seit diesem Jahr steuerfrei.

Wie können die Fans die Paralympics verfolgen?

Wer noch keine Tickets für die Wettkämpfe in Italien hat, in Tesero an der Strecke, in Cortina d'Ampezzo im Zielbereich oder in Mailand auf den Rängen des Eishockey-Stadions steht, der kann die Paralympics auf den Kanälen von ARD und ZDF verfolgen – mit Live-Übertragungen im TV, auf sportschau.de und den spannendsten Storys in den Hörfunk-Wellen der ARD.

Welchen Einfluss haben die aktuellen politischen Konflikte auf die Paralympics?

Die Eskalation im Nahen Osten hat auch Einfluss auf die Paralympischen Winterspiele. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) werde "die Auswirkungen auf den Ablauf der Spiele, insbesondere auf die Anreise" bewerten, hieß es in einem Statement der Dachorganisation wenige Tage vor der Eröffnung am Freitagabend in Verona.

"Wir stehen in engem Kontakt mit allen Delegationen, die an den Spielen teilnehmen, sowie mit anderen Interessengruppen", teilte das IPC mit. Während der Großteil der 665 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits in Europa ist, beeinträchtigt die Schließung des Luftraums über der Krisenregion die Ankunft einiger Delegationen in Norditalien.