Es hätte die zweite Ausgabe unter dem neuen Veranstalter Schafhof Connects werden sollen: Nun wurde das diesjährige CHI Donaueschingen aber auf Herbst 2026 verlegt. Das teilte der Veranstalter am Mittwoch mit. "Die langfristige Weiterentwicklung des Turniers auf dem hohen Standard unserer Premiere 2024 steht für uns an erster Stelle", erklärte Turnierdirektor Matthias Rath. Die Entscheidung sei in enger Absprache mit der Stadt Donaueschingen und dem Fürstenhaus getroffen worden, heißt es in einer Mitteilung.
"Unser Anspruch ist es, Reitern, Pferden und Zuschauern ein Event auf absolutem Top-Niveau zu bieten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, nehmen wir uns bewusst mehr Zeit, bündeln unsere Kräfte und blicken nun voller Energie auf das CHI Donaueschingen 2026", so Rath. Das traditionsreiche Turnier sei sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ein Großprojekt, das höchste Ansprüche an alle Beteiligten stelle.
Starterfeld ohne die erhoffte Qualität
Bis Dienstagabend hatten sich Spring- und Dressurreiter, aber auch Gespannfahrer für das Turnier im September anmelden können. Unter anderem hatte sich Aachen-Sieger Martin Fuchs zusammen mit seiner Freundin Simone Pearce angekündigt. Insgesamt seien die eingegangenen Nennungen aber nicht zufriedenstellend gewesen. Die angestrebte Qualität in allen Disziplinen habe nicht im gewünschten Maße erreicht werden können, so der Veranstalter.
Vor zwei Wochen war von der Krisenstimmung rund um das Turnier noch nichts spürbar. Bei einer Pressekonferenz in Donaueschingen sprach Matthias Rath noch zuversichtlich von den Plänen für dieses Jahr und hob die Bedeutung des Turniers hervor. "Man merkt schon, dass Donaueschingen einen wahnsinnig hohen Stellenwert hat. Es hat eine wahnsinnig lange Tradition, eine ganz lange erfolgreiche Geschichte und deswegen ist Donaueschingen bei den Reitern wahnsinnig beliebt", sagte der 41-Jährige im Interview mit SWR Sport.
Turnier mit finanziellen Problemen Absage des CHI Donaueschingen: "Viele Reiter sind stinksauer"
Die Absage des internationalen Turniers sorgt für Unmut. Bevor das CHI Donaueschingen wieder stattfindet, will der Veranstalter es wirtschaftlich stabiler aufstellen.
CHI Donaueschingen: Ein Turnier mit langer Tradition
Die lange Tradition reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Damals hatte die Familie Fürstenberg erstmals zu einem Reitturnier geladen. Höhepunkte der mehr als 70-jährigen Turniergeschichte sind die Europameisterschaften im Gespannfahren 1977 und 2019, die EM im Dressurreiten 1991 sowie die EM im Springreiten 2003. Nachdem das Turnier 2022 zuletzt in abgespeckter Form stattgefunden hatte, feierte es im vergangenen Jahr unter dem neuen Veranstalter Schafhof Connects sein Comeback. Dieses Jahr hätte das Internationale S. D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier vom 18. bis 21. September stattfinden sollen.