Handball | Bundesliga

Die Rhein-Neckar Löwen im Teamcheck: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen"

Im Sommer standen bei den Rhein-Neckar Löwen große Veränderungen an: Neuer Trainer, neues Trainerteam und gleich acht neue Spieler. Reicht das zum Erreichen des Saisonziels?

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Stand

Von Autor/in Franziska Röhrig

So lief die vergangene Saison

Mit 1.027 Treffern und genauso vielen Gegentoren reichte es für die Rhein-Neckar Löwen vergangene Saison für Tabellenplatz neun. Am letzten Spieltag war die SAP-Arena zum zweiten Mal in der Saison ausverkauft. 13.200 Fans feuerten die Löwen nochmal an. Am Ende konnten sich die Füchse mit fünf Punkten durchsetzen.

Der letzte Spieltag war auch von Verabschiedungen geprägt. Spielmacher Juri Knorr, Publikumsliebling Olle Forsell Schefvert und sechs weitere Spieler haben den Verein verlassen. Auch für das komplette Trainerteam hieß es an diesem Tag Abschied nehmen. Das bedeutet: Ab der kommenden Saison haben die Löwen einen neuen Cheftrainer mit ebenfalls neuem Trainerteam.

Die Neuzugänge der Löwen

Nicht nur der Trainer ist diese Saison neu, sondern auch innerhalb der Mannschaft gab es viele personelle Veränderungen. Neun Spieler haben den Verein verlassen, an ihrer Stelle kamen acht Neuzugänge. Mit Mathias Larson kommt der Toptorschütze des norwegischen Handballclubs Elverum nach Mannheim. Haukur Tharstarson und Dani Baijens machen das Spielmacher-Trio komplett.

Der schwedische Nationalspieler Edwin Aspenbäck und Lukas Sandell werden zukünftig den rechten Rückraum freihalten und auch der ausgeliehene Robert Timmermeister ist zur neuen Saison wieder Teil des Kaders. Rechtsaußen soll der Youngstar Gino Steenaerts für torreiche Spiele sorgen.

Mathias Larson beim Freundschaftsspiel gegen Paris Saint-Germain
Der Neuzugang Mathias Larson beim Freundschaftsspiel gegen Paris Saint-Germain

Der neue Trainer

Seit dem 1. Juli ist Maik Machulla neuer Cheftrainer der Rhein-Neckar Löwen. Der frühere Profi-Handballer führte die SG Flensburg als Trainer zweimal zum Meistertitel. Im Sommer 2024 verschlug es den 48-Jährigen nach Dänemark zum Top-Klub Aalborg Handbold. Seine Arbeit dort beendete er aber nach wenigen Monaten wieder.

Umso mehr freut sich Machulla nun auf die neue Saison: "In Dänemark haben wir vor halbleeren Hallen gespielt und der Konkurrenzkampf hatte nicht annähernd die Dichte der Bundesliga. Ich freue mich jetzt einfach auf die Bundesliga, auf volle Hallen, auf Spektakel und auf emotional geladene Spiele."

Die Vorbereitung

Sechs Wochen hatte die Mannschaft Zeit, den neuen Cheftrainer Maik Machulla kennenzulernen. Machulla legte in der Vorbereitung und im Trainingslager besonderen Wert darauf, dass sich die Mannschaft auch außerhalb der Halle kennenlernt. Schnell sei über "Ängste, Sorgen und Erwartungen" gesprochen worden. "Die Mannschaft hat es geschafft, in sechs Wochen einen gemeinsamen Weg zu finden, wie wir die Saison bestreiten wollen", so Maik Machulla.

Die Vorbereitung beschreibt er als "schönen Prozess." Die letzten zwei Testspiele konnten die Löwen souverän gewinnen. Mit der Abwehr war der Cheftrainer schon sehr zufrieden, dennoch gebe es noch Verbesserungspotential.

Saisonausblick

Die Löwen sind erfolgreich in die neue Saison gestartet. Beim Vorjahresdritten MT Melsungen haben sie sich mit 29:27 (13:14) durchgesetzt und eine starke Leistung gezeigt. Nationaltorwart David Späth war mit zehn Paraden ein starker Rückhalt, Neuzugang Haukur Thrastarson mit sieben Toren bester Werfer für die Mannheimer.

Was das Saisonziel angeht wollen die Löwen im Laufe der Saison ihr schnelles Spiel beibehalten und daran arbeiten, Fehler zu vermeiden. Maik Machulla definiert klare sportliche Ziele und findet den letztes Jahr erreichten Platz neun gar nicht mal schlecht: "Klar, kann man jetzt sagen 'nur' Platz neun. Aber wir wissen natürlich auch, dass wir uns in einem Haifischbecken bewegen und dass wir in der Bundesliga viele Mannschaften in dieser Tabellenregion haben. Da kann es bis Platz fünf hochgehen, aber auch bis Platz 13 oder 14 sehr eng werden," so der Trainer.

"Ich glaube, dass wir gut daran tun, uns als Mannschaft zu entwickeln. Natürlich gehen wir mit dem Ziel in die Saison, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, aber das ist auch der Anspruch eines jeden Leistungssportlers. Das möchten wir auch ganz deutlich transportieren. Jeder Zuschauer soll sehen, was für eine Bereitschaft wir haben," so Machulla weiter.

Am Mittwoch (3. September, 19 Uhr) können die Löwen dann das erste Mal in dieser Saison ihre Heimqualitäten gegen Minden beweisen. Danach geht es für die Mannheimer in den hohen Norden nach Hamburg.