Skateboard Legende Titus Dittmann: sein Leben ist das rollende Brett

Vom Lehrer zum Unternehmer, vom faszinierten Rollbrett-Fahrer zur Skateboard-Legende: Für Titus Dittmann ist Skateboarden zum Lebensinhalt geworden.

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Mich fasziniert, dass man ohne große Kohle extrem viel bewegen kann – mit brennendem Herz, mit Begeisterung und durch selbstbestimmtes Lernen mit dem Skateboard als Werkzeug.

Titus Dittmann: Skateboarden ist so viel mehr

Ein Brett mit Rollen darunter. Das klingt wenig spektakulär, hat aber das Leben von Titus Dittmann komplett verändert. Dabei war er schon fast 30, als er zum ersten Mal auf einem Skateboard stand.

Als Lehrer gründete er eine Skateboard AG an seiner Schule in Münster. In erster Linie ging es ihm um den Spaß und darum, den Jugendlichen ein passendes Angebot zu schaffen. Doch plötzlich wurde alles immer größer...

Mit Spaß zum Skateboard-Weltverband

Das war nicht wie ein Business geplant, sondern da waren die Kids, die wollten Spaß haben, und ich wollte mit Spaß haben.

Titus Dittmann organisierte erst einen Skatepark, anschließend einen Contest. Der Skateboard-Markt habe damals "ziemlich am Boden" gelegen, meint er. Da es kaum Wettbewerbe gab, hätten auch die großen US-Skater-Firmen ihre Skateboarder nach Münster geschickt.

Aus dem von ihm organisierten "Münster Monster Mastership" wurde eine Europameisterschaft und schließlich die erste Skateboard Weltmeisterschaft. Zusammen mit einem Amerikaner gründete er den Dachverband "World Cup Skateboarding".

So ist das alles gelaufen: Immer ganz pragmatisch, effizient, mit viel Spaß und extrem viel intrinsischer Motivation. Wir haben es für uns gemacht und nicht für ein Business. Das war geil.

Mit Skaten selbstbestimmt lernen

Kinder und Jugendliche brauchen "erwachsenen-freie" Zeit, um sich selbstbestimmt zu entwickeln, ist Titus Dittmann überzeugt. Skateboarden sei dafür ideal. Gerade Kinder mit ADS oder ADHS bekämen einen unglaublichen Entwicklungsschub, wenn sie die Möglichkeit haben selbstbestimmt Dinge zu lernen.

Dittmann spricht in diesem Zusammenhang statt vom Teufelskreis von einem Engelskreis. Wenn ein Kind beispielsweise zum ersten Mal einen "Ollie" (Skateboard-Trick) schafft, sei das "wie ein körpereigener Drogenrausch". Das stärke enorm das Selbstkonzept [Anm.: das Bild, das ein Mensch von sich selbst hat] des Kindes. Von diesem höheren Level von Selbstbewusstsein und Selbstzutrauen, könne dann die nächste positive Lernspirale weitergehen.

Mich hat das Skateboarden stark gemacht und zu einer Persönlichkeit. Das möchte ich weitergeben, weil ich festgestellt habe, dass wir in unserer Gesellschaft das selbstbestimmte Lernen vergessen haben.

Skate Aid: Skater-Projekte für Kinder und Jugendliche

Mit seiner Stiftung "skate-aid" baut Titus Dittmann weltweit Skateparks für Kinder. Unter anderem gibt es Projekte in Afghanistan, Syrien und Bethlehem. Ziel sei es Kinder "stark zu machen", sagt er.

Immer da, wo es den Kindern am dreckigsten und beschissensten geht, da gehen wir hin.

Motto zum Weltkindertag 2025: Kinderrechte – Bausteine für Demokratie! „Der Weltkindertag am 20. September 2025 steht in...Posted by skate-aid on Saturday, September 20, 2025

Titus Dittmann in der Skateboarding Hall of Fame

Mit 76 Jahren wurde Dittmann 2025 in Kalifornien in die "Skateboarding Hall of Fame" aufgenommen – als erster Deutscher überhaupt. Eine Auszeichnung, über die er besonders glücklich ist, weil sie aus der Szene selbst kommt – und nicht wie viele andere Preise "aus dem Establishment", sagt er. Bei der Aufnahme wurde er sogar von Skater-Legende Tony Hawk geehrt.

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Moderator Jens Wolters aus dem SWR1 Team moderiert regelmäßig die Sendung SWR1 Leute mit spannenden und interessanten Gästen
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