Rick Zabel kann man aus der Welt des Radsports kennen seitdem er klein war. Da saß er auf den Schultern seines Vaters Erik Zabel, als der mal wieder am Ende einer Tour de France in Paris als bester Sprinter geehrt wurde. Und beide trugen das legendäre grüne Trikot des Tour-Schnellsten.
Ich würde sagen, mein Papa war erstmal immer mein Held – in meiner Kindheit. Auch in der ganzen Nachwuchszeit, als ich Rennen gefahren bin, war er immer mein größter Supporter und Ratgeber. Aber – was viele denken – dass er mich da irgendwie reingedrängt hat, so nach dem Motto: "Hier, fang mal an mit Radfahren" – das war eigentlich eher das Gegenteil.
Doping im Radsport und das Geständnis seines Vaters Erik Zabel
Eine Zäsur in Rick Zabel's Leben war das Dopinggeständnis seines Vaters Erik 2007. Nach dem Bekanntwerden der Dopingvergangenheit seines Vaters war Rick Zabel zunächst tief traurig und empfand die Situation als sehr belastend. Dennoch blieb Erik Zabel für ihn in erster Linie sein Vater – ein Mensch mit Stärken und Schwächen, den er trotz allem weiterhin als solchen wahrnahm. Besonders schwierig war der Umgang mit der veränderten öffentlichen Wahrnehmung. In Unna, der westfälischen Kleinstadt, in der die Familie lebte, wurde Erik Zabel lange als lokale Berühmtheit gefeiert.
Es war dann eher komisch, am nächsten Tag mit dem Schulbus zur Schule zu fahren. Weil du nicht mehr der Sohn vom Supersprinter warst, sondern der Sohn vom Dopingsünder.
Rick Zabel zeigt sich in SWR1 Leute zuversichtlich, dass Doping im heutigen Radsport nur noch eine Randerscheinung ist. Auch wenn er mit der Sportart emotional verbunden ist, spricht er aus eigener Erfahrung. In seinen 13 Profijahren habe er alle Anti-Doping-Maßnahmen durchlaufen und stets sauber gearbeitet. Das flächendeckende Doping früherer Zeiten sieht er als überwunden an. Dennoch habe der Sport durch alte Skandale viele Fans verloren – umso wichtiger sei es, weiter an einem glaubwürdigen Image zu arbeiten und kritisch zu bleiben.
Radsportkarriere mit Tour de France, Giro d'Italia und mehr
Beim berühmtesten Radrennen der Welt, der Tour der France, war Rick Zabel selbst mehrfach dabei. Die ganz großen Siege eingefahren wie sein Vater Erik hat er nie - und trotzdem schaut er gerne auf seine Karriere zurück, die 2024 endete.
Rennrad | Tour de France Hoffnungsträger, Sprinter, Helfer - die Südwest-Starter bei der Tour de France
Tour de France 2025: Lipowitz kämpft ums Podium, Ackermann will sprinten – doch ein bekannter Name fehlt. Was steckt dahinter?
Podcast mit Jan Ullrich und Faszination Radsport
Mittlerweile ist Rick Zabel Rad-Influencer, Buchautor und auch Podcaster, etwa zusammen mit Jan Ullrich, einem Teamkollegen seines Vaters. Rick kann eindrucksvoll von der Faszination des Radsports erzählen.
Fahren ist Freiheit pur. Ob mit Freunden, einfach auf dem Rad reden – das ist schön. Und das Handy bleibt in der Trikottasche. Man ist wirklich mal offline. Man kann ganz in Ruhe quatschen.
Was treibt jemanden an, Tag für Tag in einem großen Rennen die Berge rauf und runter zu radeln? Was ist das Geheimnis dieses Sports, der das größte Opfer und das größte Glück vereint? Rick Zabel weiß es und hat es in SWR1 Leute verraten.