Kleine nachtaktive Nager

Warum es immer weniger Gartenschläfer gibt

Er piepst, hat große Augen und ist ausschließlich in Europa zu Hause. Der Gartenschläfer gilt laut der Roten Liste gefährdeter Arten als "stark gefährdet". Was sind die Gründe?

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Stand

Für das Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" hat ein Forschungsteam die Gründe für den Rückgang der Gartenschläfer untersucht. Maren Goschke von der BUND-Kreisgruppe Mainz fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Tipps, wie Sie den Nagern helfen können.

Gründe für Rückgang der Gartenschläfer

SWR1: Welcher Bedrohung sind die Gartenschläfer ausgesetzt?

Maren Goschke: Das ist ein bisschen kompliziert. Wir haben uns erhofft, dass es eine einfache Lösung dafür gibt. Aber das ist natürlich nie so, weil einfach viele verschiedene Ursachen in den Rückgang hinein spielen und man auch zwischen Waldgebieten und Stadtgebieten unterscheiden muss.

Wenn Sie jemanden in Mainz fragen, dann wird er sie mit großen Augen angucken und sagen, "wieso? Gartenschläfer sind rückläufig? Stimmt doch gar nicht, wir haben hier genug." Das ist tatsächlich auch so, aber es gibt Regionen in Deutschland, in denen er sehr stark zurückgegangen ist. Man kann sagen, dass er 50 Prozent Arealverlust in den letzten 30 Jahren hat. Wir haben ein paar Sachen herausbekommen, die tatsächlich dafür verantwortlich sind.

  1. Eine fehlende Vielfalt in den Waldgebieten. Das setzt den Gartenschläfern furchtbar zu, dass ihnen eben auch Versteckmöglichkeiten fehlen. Nistmöglichkeiten sind einfach nicht mehr gegeben, das gilt auch für die Kulturlandschaft.
  2. Das Insektensterben, was in alle Bereiche hereinspielt. Da der Gartenschläfer ein Allesfresser ist und auch sehr viele Insekten vertilgt, ist das ein Problem für ihn, dass einfach das Futter fehlt, also Nahrung und Beutetiere rückläufig sind.
  3. Die Umweltgifte. Wir haben die Gartenschläfer untersucht und festgestellt, dass sie eigentlich alle mehr oder weniger mit Umweltgiften belastet sind.

So können Sie Gartenschläfern helfen

SWR1: Sie haben die fehlenden Nistplätze angesprochen. Wie wollen Sie den Gartenschläfern dabei helfen?

Goschke: Wir bieten einen Workshop am Samstag, 29. Juni, an. Da können Familien oder auch Einzelpersonen kommen und wir bauen Nistkästen für den Gartenschläfer, die dann mitgenommen werden können und im eigenen Garten oder auf dem Balkon aufgehängt werden sollen.

SWR1: Wie kann der Lebensraum der Gartenschläfer sonst noch geschützt werden?

Goschke: Sie können Hecken pflanzen! Gartenschläfer brauchen Hecken und sie brauchen die Nahrung in den einheimischen Hecken. Von daher ist es einfach super, wenn sie dort Versteckmöglichkeiten haben, weil sie tagsüber am Schlafen sind und sich deswegen irgendwohin zurückziehen müssen.

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Das Gespräch führte SWR1 Moderator Frank Jenschar.

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