Wir haben mit Hendrik von Riewel gesprochen. Er ist Förster und Mitorganisator des Bergwaldprojektes "Hangsicherung" Meckenbach.
Aufgaben beim Bergwaldprojekt in Meckenbach
SWR1: Das klingt erstmal nach einer Arbeit für Spezialisten mit Helmen, Sicherungsseilen und vor allen Dingen nach komplizierten Aufgaben. Oder liege ich damit völlig daneben?
Hendrik von Riewel: So ganz falsch ist es nicht. Es ist schon etwas herausfordernd. Man muss sich das so vorstellen: Man baut quasi mit Holzstämmen einen Holzkasten, der den erodierenden Hang davor sichert, weiter abzurutschen.
Die Gemeinde Meckenbach hat ein handfestes Problem: einen erodierenden Hang, der genau oberhalb von Ihnen liegt. Da sind wir den ganzen Tag dabei, diese Stämme zu bearbeiten, um sie so einzupassen, dass sie den Hang für die nächste Zeit stabilisieren. Irgendwann muss die Natur selbst diese Arbeit wieder machen und diesen Hang weiter stabilisieren.
Mufflons haben Hang kahl gefressen Erneut Schlammlawine nach Gewitter in Meckenbach
Es war nur ein kurzes Gewitter am Mittwochnachmittag. Das reichte aber, um erneut Schlamm und Geröll aus dem Steilhang über Meckenbach in den Ort zu schwemmen.
Wer kann bei den Hangsicherungsarbeiten in Meckenbach mitmachen?
SWR1: Und da meinen Sie, Sie können mit so einem Typen wie mir mit zwei linken Händen irgendwas anfangen?
Von Riewel: Ja, immer. Das ist das Prinzip vom Bergwaldprojekt. Wir arbeiten seit 35 Jahren mit ganz normalen Leuten im Wald. In erster Linie geht es darum, was Gutes für den Wald, für die Waldökosysteme zu tun, aber auch den Leuten ganz hautnah begreiflich zu machen, wie sehr wir von diesen Waldökosystemen abhängen. Und das kann man am besten zeigen, wenn man draußen vor Ort ist und die Arbeit zusammen macht.
In erster Linie geht es darum, etwas Gutes für den Wald und für die Waldökosysteme zu tun. Wir wollen aber auch den Leuten ganz hautnah begreiflich zu machen, wie sehr wir von diesen Waldökosystemen abhängen.
Weitere positive Effekte beim Arbeiten im Wald
SWR1: Ich kann das mal in der Hinsicht bestätigen. Unsere Kinder waren in einer Waldkita und jeden Tag bei Wind und Wetter im Wald. […] Jedes Mal, als ich da war, dachte ich, hier möchte ich gerne für immer bleiben …
Von Riewel: Das ist genau der Effekt der eintritt, wenn wir mit Menschen im Wald unterwegs sind. Die Menschen fühlen sich wieder angekommen und geerdet. Sie vergessen den Stress ihres Alltages und können sich dann noch für eine gute Sache zu engagieren. Insofern ist es kein Wunder, dass wir uns sehr verbunden fühlen, wenn wir zurück in die Natur kommen.
Kann jeder mitmachen bei den Hangsicherungsarbeiten?
SWR1: Wann kann ich kommen und wie kann ich helfen?
Von Riewel: In erster Linie arbeiten wir in Projektwochen. Das heißt, die Menschen nehmen sich ab Ende Juni eine Woche frei, kommen am Sonntag an, arbeiten bis Freitag und reisen Samstag wieder ab. Dafür kriegen sie Unterkunft und Verpflegung umsonst.
Mehr Informationen zum Bergwaldprojekt findet ihr hier: bergwaldprojekt.de
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