Zwischen Erfolg, Scheitern und der Kraft gemeinsamer Ideen

Nora Weisbrod: Wie Ehrenamt mit kleinen Ideen beginnt und groß wird

Die engagierte Ehrenamtlerin Nora Weisbrod spricht über ihren Weg ins Ehrenamt, erste Erfahrungen und Rückschläge. Sie erklärt, warum Engagement nur gemeinsam gelingt.

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Stand

Als Oberstufenschülerin startete Nora Weisbrod aus Ingelheim eine Spendenaktion. Daraus wurde schließlich die heute bundesweit arbeitende Stiftung "Aktion Tagwerk". Schülerinnen und Schüler jobben ein Mal im Jahr für den guten Zweck – so kommen jährlich Millionenbeiträge zusammen. Wir haben mit Nora Weisbrod über ihre Erfahrungen mit dem Ehrenamt gesprochen.

SWR1: Wir reden von der Macht des Einzelnen, aber ohne Team geht das gar nicht, oder? 

Nora Weisbrod: Ja, auf jeden Fall. Das fing bei mir in der Schule an. Bei einer Schüleraktion habe ich eine Rosenaktion organisiert. Ich habe das bei anderen mitbekommen, hatte die Idee und dann habe ich mir Mitstreiter gesucht.

Dann hatte ich mit einer Freundin drüber gesprochen und gesagt, wir gehen jetzt mal auf den Markt und bestellen Rosen. Und am Ende hatten wir 300 Rosen, die wir dann an die Schüler verkauft haben. Und irgendwie hat es gezeigt, dass man manchmal die Dinge einfach selber in die Hand nehmen muss. Das war jetzt eine Kleinigkeit, aber es war ganz erfolgreich und hat Spaß gemacht. 

Nora Weisbrod über Rückschläge im Ehrenamt

SWR1: Es hat ja bestimmt auch irgendwelche Rückschläge gegeben, oder? 

Weisbrod: Natürlich gab es auch Ideen, die mal nicht funktioniert haben. Wir haben mal Benefizkonzerte auf die Beine gestellt. Da waren tolle Bands, es war eine riesige, überdimensionierte Bühne, die wir da gestellt bekommen haben.

Aber aufgrund von Gebietsschlussklauseln, also dass die Bands keine Werbung machen durften, kamen einfach viel zu wenige Besucher. Um keine Unkosten zu haben, haben wir dann diese riesen Bühne mit den Bühnenbauern abgebaut. Also, das war dann auch mal nichts. 

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SWR1: Wie steckt man denn generell Rückschläge einfach weg?

Weisbrod: Ich glaube, wenn etwas gescheitert ist, haben wir wirklich draus gelernt und dann beim nächsten Mal auch anders gemacht. Und gleichzeitig: Wenn wir dann auch vor Ort in Ruanda beispielsweise einmal im Jahr vor Ort waren und gesehen haben, welche Projekte wir mit dem Geld unterstützen konnten – das sind dann wirklich Erfahrungen, die prägend und motivierend sind, dass es weitergeht. 

Für das Ehrenamt braucht es ein gutes Team

SWR1: Dass es einen prägt, sieht man ja auch so ein bisschen an Ihnen. Sie stehen ja auch heute quasi beruflich noch auf der guten Seite. 

Weisbrod: Ja, auch heute engagiere ich mich ehrenamtlich viel und das bringt einen doch schon viel weiter, das sage ich mal ganz persönlich. Ich bin eigentlich immer auf der Suche nach Mitstreitern, denn ohne die funktioniert es nicht.

Das finde ich auch heute noch das Spannende, dass man durch berufliches, aber auch privates Engagement mit anderen Menschen zu tun hat, mit denen man zusammen gestaltet. Und ich finde das auch immer wieder spannend, mit neuen Leuten neue Ideen zu entwickeln. 

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Steffi Stronczyk
SWR1 RP Moderatorin Steffi Strinczyk
Torsten Buschmann
SWR1 RP Moderator Torsten Buschmann
Interview mit
Nora Weisbrod
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)