Auch die Regenmuster verändern sich, es gibt weniger gleichmäßigen Regen, dafür Starkregen. Diese Veränderungen stellen unsere Gärten und unsere Pflanzen auf eine harte Probe. Stresstolerante Pflanzen, die flexibel mit unterschiedlichsten Standorten (trocken/feucht/heiß/kalt) umgehen, könnten in Zukunft die Lösung sein. Welche Konzepte oder Gartenideen gibt es also für die Zukunft?
Mediterrane Pflanzen: wirklich die beste Lösung?
Oftmals werden mediterrane Pflanzen, wie Olivenbäume und Lavendel, als die Lösung für zukünftige Gärten gesehen. Doch Temperaturen alleine sind nicht ausschlaggebend für die richtige Pflanzenauswahl.
In Europa gibt es sehr wenig mageren Boden und den bevorzugen diese Pflanzen. Ebenso sind Mittelmeerpflanzen anfällig für Kahlfrost.
Eine mögliche Lösung: Braune Prärie- und Steppenpflanzen im Sommer?
Prärie- und Steppenpflanzen sind oftmals wahre Überlebenskünstler, wenn es um extreme Bedingungen geht. Sie sind an wechselhafte Wettersituationen und vor allem an lange Trockenphasen gewöhnt.
Steppenpflanzen kennen vom Naturstandort her meist einen feuchten Frühling und eher trockenen Sommer. Daher entwickeln sie sich sehr früh im Jahr, während Präriepflanzen meist Frühjahrstrockenheit kennen und praktisch nur vom wenigen, aber ergiebigen Sommerregen leben.
Sie entwickeln sich daher langsam im Jahresverlauf, blühen aber dafür später im Jahr. Mit diesem späten Blütezeitpunkt sind sie die beste Ergänzung für unsere Gebiets-eigenen Pflanzen im Garten.
Schöne (nordamerikanische) Präriestauden für den Garten:
- Prachtscharte,
- Indigolupine,
- Silphium,
- Rudbeckia,
- Kokardenblume,
- Blaustern,
- Bartfaden,
- Phlox,
- Sonnenbraut und
- Sonnenhut.
Schöne (gebietseigene) Präriestauden für den Garten:
- Wilde Möhre,
- Edeldistel,
- Natternkopf,
- Skabiosen,
- Bergminze,
- Ysop und
- Ochsenzunge.
Kennzeichnend ist, dass Prärie- und Steppenpflanzen in sehr trockenen und heißen Sommern braun werden. Doch diese Stauden leben unterirdisch weiter. Die größte Biomasse dieser Pflanzen ist unter dem Boden zu finden: im tief reichenden, teils meterlangem Wurzelsystem. Beim ersten ergiebigen Schauer treiben sie meist bereitwillig wieder aus. Winternässe mögen sie allerdings nicht, sie brauchen einen durchlässigen Boden.
Trocken- und hitzegeeignete Pflanzen erkennen
Trocken- und hitzetolerante Pflanzen lassen sich bereits an ihren äußeren Merkmalen bestimmen, ohne die Pflanze namentlich zu kennen. Typische Erkennungsmerkmale sind bspw. eine Behaarung oder auch silbrig wirkendes Laub. Ein starker Duft durch ätherische Öle ist ebenso ein gutes Anzeichen. Die Blätter könnt ihr euch auch genau anschauen. Diese sind meist dick oder ganz klein, fast nadelartig, oftmals mit einem Wachsüberzug.
Rezepte von Torben Sauerland Brennesselgemüse aus dem Waldgarten
Nach einer Kürbissuppe und Rote Beete-Omelette gibt es bei Torben Sauerland Fächerkartoffel mit Brennesselgemüse, Tomatensauce und Hühnerbrust und Kastanienkuchen mit Löwenzahnwurzelkaffee
Eine weitere mögliche Lösung: ein Waldgarten als grüne Oase der Zukunft?
Ein Waldgarten ahmt die verschiedenen Schichten eines Waldes nach. Solch ein Garten besitzt mehrere Ebenen – aus Bäumen, Sträucher und einer Krautschicht. Damit ist ein Waldgarten ein eigenes kleines Ökosystem, welches die Biodiversität und Artenvielfalt fördern und sich gegenseitig stabilisiert. Solch ein Garten ist widerstandsfähig und benötigt kaum Pflege. Er bietet Schatten, Verdunstungskälte und eine breite Erntemöglichkeit für uns Gärtner.
Als Bäume werden häufig Obst- und Nussbäume gepflanzt. Als Sträucher werden Johannisbeeren, aber auch Wildobst, wie Felsenbirne und Mispel, gepflanzt. Waldgärtner setzen hier auch auf Wildrosen, um die Hagebutten zu verwerten. In der Krautschicht werden Kräuter, Gemüse und essbare Pflanzen gesät. Dazu gehören Knollenpflanzen, wie Rote Beete und Möhren, aber auch Spargel und Tomaten. Als Bodendecker werden gerne (Wald-)Erdbeeren gesetzt.
Die Gartenidee für 2050: ein Garten der Zukunft
Der Garten der Zukunft hat ein vielfältiges Konzept: eine Mischung aus allerlei Pflanzen, wie Bäume, Sträucher und Stauden. Die Grundvoraussetzung ist ein mutiger Gärtner, der sich an die vielfältigen und verschiedenen Ebenen im Garten rantraut und sich gemeinsam mit den Pflanzen austestet.