Garten im Frühling: Natalie Bauer rät zum Planen
SWR1: Im Garten ist jetzt im Frühjahr viel zu tun. Womit fangen wir an?
Natalie Bauer: […] Wichtig ist, nicht stressen lassen! Für mich wird es weniger stressig, wenn ich mir meine Aufgaben notiere. Dann habe ich schon weniger Kopfstress aus Angst, irgendwas zu vergessen.
Dann wird priorisiert. Das ist, je nach Garten, sehr individuell. Für mich ist immer am wichtigsten, die Schnittaufgaben zu machen, und dann kommt erst die Beetpflege.
Meistens das erste Unkraut jäten und dann mulche ich sofort, damit kein neues Unkraut nachkommt. Und falls es trockener wird, muss ich auch nicht so viel gießen. Alles andere hat Zeit, das kann man dann noch ein bisschen nach hinten schieben.
Garten im Frühling: Aussaat, Düngen, Schnitt
SWR1: Es gibt einiges zu tun: Stauden teilen, Blumen vorziehen, aussäen, düngen. Worauf gilt es besonders zu achten?
Bauer: Das Wichtigste ist, auf den richtigen Zeitpunkt zu achten. Beim Stauden teilen ist es so, dass man Stauden, die jetzt blühen oder die jetzt anfangen zu blühen, jetzt besser nicht teilt. Denn jede Teilung kostet Kraft und kostet Energie. Das macht man am besten nach der Blüte.
Wenn man aussäen will, einfach auf die Packungsanleitung gucken, wann der richtige Zeitpunkt ist. Jetzt ist Kornblume, Duftwickel, Klatschmohn für die Direktaussaat kein Problem. Wenn man jetzt an Sonnenblumen, Kapuzinerkresse oder Schmuckkörbchen denkt – da besser noch warten bis in den Mai.
Düngen kann man jetzt auch, weil […] der Boden jetzt ausreichend warm ist, die Mikroorganismen sind aktiv, dann kann man auch organisch düngen.
Garten im Frühling: Später Frost
SWR1: Frost ist jetzt im März und April immer noch ein Thema. Wovon sollten wir die Finger noch lassen?
Bauer: Spätfrost ist und bleibt ein Dauerthema trotz Klimakrise. Daher auf die richtigen Temperaturen achten! Nachlesen, was verträgt welche Temperatur und natürlich auch ein bisschen Wetterbeobachtung. Wenn es in der Nacht doch mal kälter wird [...], dann entweder die Pflanzen reinholen oder mit einem Vlies abdecken. Dann kann da auch nichts passieren.
SWR1: Wir haben im Garten ein Mini-Hochbeet mit Kräutern. Da habe ich schon wieder Schnecken entdeckt. Gibt es einen Vorbeugetipp, was man jetzt gegen Schnecken tun kann?
Bauer: Vorbeugend ist immer ein vielfältiger Garten. Das bedeutet, so viel wie möglich an verschiedenen Pflanzen. Das zerstreut den Schaden ein bisschen.
Für Schnecken ist der Salat natürlich hochattraktiv, wenn sonst nicht viel mehr im Garten ist. Auch wichtig, die Feinde der Schnecken, die müssen auch irgendwie in den Garten reinkommen. Das Problem ist, dass unsere Zäune extrem dicht geworden sind und Schnecken zwar durchkommen, aber die Feinde eben nicht.
Wenn möglich, ein Igeltor kaufen. Das kostet ganz wenig, ist in fast jedem Zaun zu installieren, und dann schaffen es auch die Feinde der Schnecken in den Garten.
Gartenarbeit gegen die Plätzchenwampe
SWR1: Was sind deine Tricks, dass die Gartenarbeit ein bisschen leichter geht oder zumindest der Muskelkater am nächsten Tag nicht ganz so laut schnurrt?
Bauer: Da gibt es eigentlich nur einen logischen Trick, und zwar sich nach der Gartenarbeit gar nicht erst hinzusetzen, weil danach wird es richtig schmerzhaft. Also keinesfalls mit der Gartenarbeit aufhören. Wir haben alle im Winter etwas abgebaut beziehungsweise die "Plätzchenwampe" etwas aufgebaut, aber die bekommen wir mit der Gartenarbeit weggeschuftet.