"Er wird seine Familie verteidigt haben"

Radfahrer Stephan erzählt von seinem Angriff durch einen Greifvogel

Begegnungen mit Wildtieren können gefährlich sein – das zeigt auch ein Fall aus dem Kreis Mainz-Bingen. Radfahrer Stephan aus Mainz wurde von einem Greifvogel angegriffen.

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Stand

Am Montagabend war Stephan zwischen Engelstadt und Nieder-Hilbersheim auf seinem Rennrad unterwegs, als er von einem Greifvogel angegriffen wurde. Auf der Flucht vor dem Tier stürzte er und wurde dann mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Dort haben wir ihn für ein Gespräch erreicht.

So geht es Radfahrer Stephan jetzt

SWR1: Wie geht es dir?

Stephan: Im Moment geht es mir, wie man so schön sagt, den Umständen entsprechend gut. Ich warte auf meine OP – Fraktur des Brustwirbelkörpers sechs. Das ist noch eine leichte Kieferfraktur und ein Zahn ist rausgebrochen. Am Kinn bin ich genäht worden, also es sieht jetzt ein bisschen so aus wie der nicht ganz so hässliche Bruder von Frankenstein, das wird sich alles geben mit der Zeit.

Nieder-Hilbersheim

Angriff aus der Luft Greifvogel attackiert Mainzer Radfahrer - schwerer Sturz

Zwischen Engelstadt und Nieder-Hilbersheim ist ein Rennradfahrer aus Mainz von einem Greifvogel angegriffen worden. Auf der Flucht vor dem Tier stürzte der Mann und verletzte sich schwer.

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Angriff durch einen Greifvogel

SWR1: Jetzt bist du alles andere als ein Fahranfänger, was das Fahrrad angeht. Täglich bist du mit dem Rennrad unterwegs, 40 bis 60 Kilometer. Du kennst die Strecke genau bei Nieder-Hilbersheim. Was war da anders?

Stephan: An was ich mich erinnern kann, ist etwas, was mir erst im Helikopter nach einer leichten Amnesie eingefallen ist, die ich da sicher hatte. Ich gucke nach hinten, weil ich auch schon wusste, dass es dort vielleicht ein Problem mit Greifvögeln gibt, weil mir ein Freund, mit dem ich schon öfter gefahren bin, gesagt hat, dass er ein paar 100 Meter entfernt schon mal von einem Vogel bedrängt worden ist, der sich an seinem Helm festmachen wollte.

Das Bild taucht auch sehr oft in meinem Kopfkino auf und dann ist irgendwie aber gleich Filmriss.

Ich war schon vorsichtiger als sonst, fuhr aber bergab und drehte mich nach links hinten und sah das Tier auf mich zurasen. Und dann – aber das ist jetzt auch etwas, was ich mir sozusagen im Nachhinein zusammendenke – gab es für mich die Möglichkeit, eines der berühmten drei Fs zu wählen: Freeze, Flight oder Fight [Erstarren, Flucht oder Kampf].

Fight war keine Option, Freeze war irgendwie auch nicht so cool und deswegen habe ich mich wohl zum Fliehen entschieden. Es wird schon in die Richtung Panik gegangen sein. Das Bild taucht auch sehr oft in meinem Kopfkino auf und dann ist irgendwie aber gleich Filmriss.

Er war der Situation ausgeliefert

SWR1: Was meinst du, warum dich der Vogel angegriffen hat?

Stephan: Ich denke, er wird seine Familie verteidigt haben. Der hat gedacht, ich gehöre da nicht hin. Dann hat er da so einen seltsam gekleideten, schnell fahrenden Typen gesehen und hat sein Nest bedroht gefühlt, vor dem ich gar nicht wusste, dass es dort in der Nähe ist.

SWR1: Als Radfahrer bist du so einer Situation auch ausgeliefert. Ein Fußgänger könnte sich vielleicht mit den Händen schützen, aber auf dem Rennrad ist man auch nach vorne gebeugt.

Stephan: Genau, ad hoc bremsen hätte auch zu nichts geführt. Da hätte es mich auch in die Ecke geschmissen. Das war eine Situation, in der ich einfach nichts hätte machen können.

SWR1: Stephan, wir wünschen dir gute Besserung, damit du bald wieder auf dem Rennrad sitzen kannst.

Stephan: Ich danke euch.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Michael Lueg
Michael Lueg
Steffi Stronczyk
SWR1 RP Moderatorin Steffi Strinczyk
Onlinefassung
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