Der Geschäftsführer der Badischen Stahlwerke in Kehl, Florian Glück, fordert bessere und langfristigere Rahmenbedingungen. Den im Vorfeld des Stahl-Gipfels von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angekündigten staatlich subventionierten Industriestrompreis ab 2026 bezeichnete Glück in SWR Aktuell als "positives Signal".
Wir sind ein sehr großer Verbraucher von elektrischer Energie. Für uns ist es wichtig, dass ein wettbewerbsfähiger Strompreis für die Badischen Stahlwerke und für die Stahlindustrie zum Tragen kommt.
Ausstieg aus Atomkraft sorge für Strompreis-Schwankungen
Deutschland habe bei der Energiepolitik einen Sonderweg gewählt. Dieser sei dadurch gezeichnet, dass man Kernkraftwerke, die grundlastfähig und emissionsarm seien, außer Betrieb genommen habe, so der Geschäftsführer der Badischen Stahlwerke: "Das führt dazu, dass wir schwankende Strompreise auf dem Markt haben. Wenn wir uns die Preise auf der Strombörse für Europa anschauen, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Strompreisen in Deutschland, Frankreich und Spanien."
Die neuen US-Zölle auf Stahl und Aluminium machen den Badischen Stahlwerken als lokalem Produzenten indirekt zu schaffen.
Exporteure, die bisher Stahl in die USA geliefert haben, suchen sich nun andere Absatzwege. Diese führen nach Europa. Wir sehen, dass besonders aus China große Mengen an CO2-intensiven und günstigem Stahl in Richtung Europa drängen.
Was Deutschland und die Europäische Union seiner Meinung nach tun müssten, um die heimische Stahlindustrie zu stärken, darüber hat Florian Glück mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler gesprochen.