US-Präsident: "In Kürze" endet Iran-Krieg - aber viele Fragen bleiben offen

Nach "Regime change" sieht es in Teheran nicht aus. Trotzdem sind laut US-Präsident die Kriegsziele fast erreicht. Welche Ziele hat er aber eigentlich?

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US-Präsident Donald Trump hat bekräftigt, dass er von einem schnellen Ende der US-Angriffe auf den Iran ausgeht. In einer Rede an die Nation sagte er, die Vereinigten Staaten seien fast am Ziel. Solche Aussagen waren allerdings schon häufiger zu hören, erklärt Washington-Korrespondent Carsten Kühntopp im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer: "In Kürze - da hat er gesagt, das ist in zwei oder drei Wochen", sagte Kühntopp. Wie der Krieg dann aber enden sollte, konkretisierte Trump nicht. Es war die erste Ansprache Trumps seit Beginn des Kriegs gegen den Iran.

Trump betont militärische Erfolge

Irans Gefährdungspotenzial sei im Grunde genommen zerstört, sagte der US-Präsident. Das Regime könne kaum noch Raketen und Drohnen starten. Marine und Luftwaffe existierten nicht mehr. Trump betonte, der Militäreinsatz ziele nicht auf Irans Ressourcen ab, wie zum Beispiel Öl, sondern er solle die US-Verbündeten in der Region unterstützen.

Kriegsziele verändern sich ständig

Was die zu erreichenden Kriegsziele angeht, bleibt viel Unklarheit. "Das ist ein Zick-Zack-Kurs", sagt Washington-Korrespondent Kühntopp, "mal wird gedroht, mal wird beschwichtigt". Das gehe schon seit Beginn der Kampfhandlungen so.

Ich habe einen Präsidenten erlebt, der müde aussah und müde klang.

Am 28. Februar noch, als der Krieg begonnen hat, hatte der US-Präsident sich offenbar die Haltung von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zueigen gemacht, dass eine langfristige Lösung des Konflikts mit Iran nur über einen Regime-Wechsel in Teheran zu erreichen ist. Er hatte sich in einem Video direkt an das iranische Volk gewendet: "Bringen Sie sich in Sicherheit, bleiben Sie zu Hause - draußen ist es sehr gefährlich, denn überall fallen Bomben. Wenn wir damit durch sind, übernehmen Sie die Macht. Das ist Ihre einzige Chance - vermutlich für Generationen." Davon ist keine Rede mehr. Carsten Kühntopp fasst es so zusammen: "Kriegsziele sind plötzlich keine mehr, dafür gibt es neue Kriegsziele." Selbst das Atomprogramm Irans scheint im Gegensatz zu Kriegsbeginn nicht mehr im Fokus zu stehen.