Studentenwohnreport: Wie schafft man mehr Wohnraum für Studierende?

Im Moment beginnt an deutschen Hochschulen das Winter-Semester. Für viele Studierende heißt das, erstmal eine Wohnung zu finden. Das ist häufig schwierig, auch in den Universitätsstädten im Südwesten. Nach dem aktuellen Studentenwohnreport hat sich die Lage etwas entspannt

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Stand

"Die Mieten sind mit insgesamt 2,6 Prozent nicht mehr ganz so stark gestiegen - bei kleinen Wohnungen sind es 2,5 Prozent." Im vergangenen Jahr und in den Jahren zuvor seien es oftmals Steigerungen von über 5 Prozent gewesen, sagt Michael Voigtländer vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln), das den Studentenwohnreport gemeinsam mit dem Finanzdienstleister MLP SE erstellt hat.

Heidelberg

WG-Zimmer fast so teuer wie eine kleine Wohnung MLP-Studentenwohnreport 2026: Heidelberg bleibt ein teures Pflaster

Höhere Mieten, weniger Wohnungen – die Lage auf dem Immobilienmarkt für viele Studierende ist zum Start des Wintersemester dramatisch. In Heidelberg ist es besonders teuer.

SWR Aktuell am Nachmittag SWR Aktuell

In SWR Aktuell führt Voigtländer das auf die etwas rückläufigen Studierendenzahlen zurück, auch weil teilweise wieder auf das Abitur nach neun Schuljahre, G9, umgestellt wird. Zudem nehme die Zuwanderung etwas ab. Allerdings werde auch wenig gebaut. Dadurch sei es für Studierende noch immer sehr schwer, eine passende Wohnung zu finden.

Wie mehr Wohnraum für Studierende schaffen?

Um mehr Wohnungen zu bekommen, müsste es seiner Ansicht nach mehr kleine Wohnungen, WG-taugliche Wohnungen und wieder mehr Studentenwohnheime geben.

Früher war es so, dass jeder zehnte Studierende in einem Wohnheim untergebracht werden konnte, heute ist es jeder Zwanzigste - in einigen Städten sieht es noch deutlich schlechter aus. Da gibt es einen großen Mangel.

Eine Studentin vor einem schwarzen Brett an der Technischen Universität in Ilmenau, Deutschland.
Eine Studentin vor einem schwarzen Brett an der Technischen Universität in Ilmenau, Deutschland. photothek

Mehr Bauland und private Initiativen für Wohnungsbau

Die größte Aufgabe sei es, das Bauen günstiger zu machen: "Der Baukosten-Anstieg ist extrem hoch." Die Städte müssten mehr Bauland bereitstellen. Dazu bräuchte es mehr private Initiativen für Wohnungsbau. Da passiere durchaus schon einiges, aber noch nicht genug, meint Voigtländer.

Ein Tipp: Überlegen, wo man studieren will

Der Experte vom IW Köln rät Studierenden, genauer zu überlegen, wo sie studieren wollen: "Wir haben klassischerweise sehr teuer Standorte, wie München, Berlin und viele Städte in Süddeutschland. Es gibt aber auch günstige Standorte in Ostdeutschland, wie Leipzig und Magdeburg, aber auch Bochum."

Was kann Deutschland von anderen Ländern lernen?

Was wir hierzulande in Sachen "Wohnungen für Studies" lernen könnten, sei, dass in anderen Ländern häufig besonders die Studienanfänger ein Anrecht auf einen Wohnheimplatz haben. Dieser gelte nur für ein Jahr, danach müssten sie auf dem freien Markt eine Wohnung gefunden haben. "Ich glaube, das ist für viele Studierende günstiger, weil sie von dem Wohnheimzimmer aus besser nach einer günstigen Wohnmöglichkeit suchen können", so Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.