Das Gepäck für mehrere Tage, Essen und Getränke, dazu noch Fahrräder und Campingmöbel sowie die neu angebrachte Markise: Beim Wohnmobil oder Wohnwagen kommt schnell einiges auf die Waage. Gerade Neulinge beim Campen unterschätzen das Gesamtgewicht ihrer Reisemobile oft - und merken gar nicht, dass sie deutlich überladen sind.
Überladene Wohnmobile werden zur Gefahr
Das Problem bei überladenen Fahrzeugen: die Straßenlage und Fahrdynamik stimmen nicht mehr. Und vor allem die Bremsen können viel schneller überlasten, wenn es zum Beispiel in die Berge geht beziehungsweise länger abwärts. Das Fahrzeug wird also zur Gefahr für die Insassen und auch andere Teilnehmer im Straßenverkehr.
Deshalb macht die Polizei regelmäßig Kontrollen von Wohnmobilen, Campervans oder Gespannen mit Wohnwägen, gerade zum Ferienstart. Dabei stellt sie regelmäßig sowohl einfache Verstöße, als auch komplette Überladungen fest - manchmal auch bis zu einer Tonne über dem, was erlaubt wäre.
Wie kann ich meinen Wohnwagen wiegen?
Um das tatsächliche Gewicht von Wohnmobil oder Wohnwagen vor Urlaubsbeginn zu erfahren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen gibt es im Handel Fahrzeugwaagen, mit denen nacheinander jedes Rad gewogen wird. Die Preise für solche Waagen für den Privatgebrauch fangen bei etwa 100 Euro an.
Günstiger ist es, auf große Fahrzeugwaagen zu fahren: Die gibt es in ganz Deutschland, etwa in Industriegebieten und auch auf einigen Recyclinghöfen. Vielerorts haben auch TÜV und DEKRA solche Fahrzeugwaagen - oder man kann das Reisemobil bei Wiegeaktionen vom ADAC wiegen. Bei solchen Fahrzeugwaagen liegt der Preis für ein Mal Wiegen meistens zwischen fünf bis zehn Euro.
Diese Strafen drohen bei Überladung
Wie viel der eigene Camper wiegen darf, hängt einerseits vom Führerschein ab, den jemand hat. Mit einem B-Führerschein darf das bewegte Reisemobil beziehungsweise Gespannt maximal 3,5 Tonnen wiegen. Mehr darf man nur fahren, wenn man einen älteren Führerschein besitzt - oder einen LKW-Führerschein.
Ob ein Fahrzeug überladen ist, hängt aber auch davon ab, welches Gewicht die Hersteller als zulässig ausgeben. Dieses zulässige Gesamtgewicht für das jeweilige Wohnmobil steht in den Fahrzeugpapieren. Bei gängigen Campingbussen und Wohnmobilen liegt dieser Wert bei 3,5 Tonnen, bei Wohnmobilen ist es weniger.
Diese Obergrenzen sind in Europa einheitlich - die Strafen bei Verstößen dagegen nicht. In Deutschland gibt es eine Toleranzgrenze mit Verwarngeld von 10 bis 20 Euro. Erst ab 20 Prozent Übergewicht wird es mit einer Strafe in Höhe von 100 Euro und einem Punkt sehr unangenehm.
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In diesen Ländern wird es besonders teuer
In Österreich gibt es dagegen gar keine Toleranzgrenze, sondern kostet auch bei geringem Übergewicht mindestens 85 Euro. Je nach Gewicht können es sogar mehrere Tausend Euro werden. Außerdem gibt es ab zwei Prozent Übergewicht in Österreich eine Grenze, aber der man nicht mehr weiterfahren darf. In Frankreich ist das ähnlich - da gilt die Grenze aber erst ab fünf Prozent Überladung.