Am Donnerstag ging es im VfB-Stadion um die Wurst: Trotz des 4:1-Siegs für Stuttgart waren einige Gemüter beim Hochrisiko-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv aufgeheizt. Doch für viele war nicht das Spiel der Grund, sondern die weitgehend ausgebliebene Verpflegung des Caterers Aramark in der MHP Arena.
Das Unternehmen äußerte sich am Freitagnachmittag gegenüber dem SWR zu dem Vorfall. Demnach hätten "externe, sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen" die Vorbereitung und Durchführung der Essensversorgung beeinträchtigt. Doch was genau ist passiert?
Kaum Essen im Stadion sorgt für Unmut
Viele Stadionbesucherinnen und -besucher klagten über ihre Erfahrungen am Donnerstagabend: Es habe kaum Essen gegeben, in der Cannstatter Kurve sei nur ein Verkaufsstand offen gewesen. So schrieb ein User auf X: "Nur eine Bude geöffnet. Unmenschliche Schlange". Er sei 45 Minuten angestanden für eine Wurst mit Pommes, es habe ihn aggressiv gemacht. Ein anderer User fordert ebenfalls auf X eine "Aufarbeitung und Erklärung an die Besucher, die im Stadion waren".
VfB warnte vorab: Es gebe kein Essen, nur alkoholfreie Getränke
Wenige Stunden vor Spielbeginn teilte der VfB mit, dass es "aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen [...] und damit verbundenen besonderen personellen sowie organisatorischen Herausforderungen" am Abend zu Einschränkungen im gastronomischen Angebot kommen werde. Trotz "intensiver Bemühungen in den vergangenen Tagen" sei man nicht in der Lage, die Verkaufskioske im Stadion vollständig zu öffnen. Wenig später folgte das Update: Es gebe nur alkoholfreie Getränke.
Gerüchte um Zollkontrollen als Ursache für den Essensmangel
In den sozialen Medien meinten einige User, dass sie Mitarbeitende der Kioske beobachtet hätten, wie sie im Wissen über Zollkontrollen umgekehrt seien. Dies konnte der Pressesprecher des Hauptzollamts Stuttgart aber nicht bestätigen. Es habe zwar Kontrollen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung gegeben, so der Sprecher. Durch die Prüfung sei der Betrieb aber nicht aufgehalten worden.
Bei der Kontrolle wurden die Einhaltung des Mindestlohns, Arbeitsgenehmigungen und Aufenthaltstitel geprüft. Dabei konnten laut Hauptzollamt nur wenige illegale Beschäftigungen festgestellt werden.
Caterer meldet sich zu Wort: Abläufe werden noch bewertet
Laut Hannes Wagner, Pressesprecher des Anbieters Aramark, der für das Essen im Stadion zuständig war, waren externe, sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen, die aufgrund des Hochrisikospiels galten, entscheidend. Dies habe sowohl bei der Vorbereitung, aber auch sehr kurzfristig zu Spielbeginn Auswirkungen gehabt. Eine abschließende Bewertung erfolge aber erst nach vollständiger interner Prüfung, so Wagner.
VfB: Spieltag verlief "störungsfrei"
Der VfB berichtet abschließend, dass der gesamte Spieltag nahezu "störungsfrei" verlaufen sei, trotz der Beeinträchtigungen speziell beim Catering-Angebot. VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle bedankte sich im Namen des Vereins bei den Fans für den Umgang mit den "außergewöhnlichen Rahmenbedingungen" des Spiels: "Das war eine Ausnahmesituation, die im Fußball niemals auch nur annähernd Standard werden darf."