Bis zu 50 Milliarden Euro will EnBW bis 2030 insgesamt in die Energiewende investieren. An dieser Zielzahl hält das Unternehmen fest - trotz Gewinneinbruch. Das hat Vorstandschef Georg Stamatelopoulos an diesem Donnerstag auf der Hauptversammlung betont. Er sieht den Konzern gut aufgestellt: "Man könnte sogar sagen, wie ein Fels in der Brandung", sagt Stamatelopoulos.
EnBW verzeichnet Gewinneinbruch im vergangenen Jahr
Das Betriebsergebnis 2025 lag mit 5,1 Milliarden Euro im vom Unternehmen angepeilten Bereich. Die Investitionen stiegen auf rund 7,6 Milliarden Euro.
Der Konzernüberschuss ist von 1,8 Milliarden Euro auf gut 450 Millionen Euro gesunken. Das entspricht einem Minus von 75 Prozent.
Aus für das größte Offshore-Projekt von EnBW
Ein besonders teurer Rückschlag: Das Aus von zwei großen geplanten Offshore-Windparks vor der britischen Küste. Die sollten eigentlich das größte Offshore-Projekt in der Unternehmensgeschichte werden, stattdessen musste EnBW 1,2 Milliarden Euro abschreiben.
Ein notwendiger und richtiger, wenn auch schmerzhafter Schritt.
Dieser Punkt beschäftigt auch Anleger, betont Harald Michael Klein, Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz Baden-Württemberg.
"Das Problem ist, dass die EnBW gerade eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat über drei Milliarden Euro und nun wieder 1,2 Milliarden Euro dieser Kapitalerhöhung verloren gegangen ist", sagt Klein. Für ihn stelle sich die Frage, ob das vorhandene Eigenkapital stark genug sei, die geplanten hohen Investitionen in den nächsten Jahren zu stemmen.
Sollte das Geld nicht reichen, müssten entweder wichtige Investitionen warten oder das Unternehmen müsste wieder versuchen, Geld über eine Kapitalerhöhung einzuholen.
EnBW setzt weiter auf die Energiewende
"Die Energiewende ist und bleibt der richtige Weg", betont der EnBW-Chef. Er will an den Investitionen festhalten.
Die Gasimporte seien heute deutlich diversifizierter, sagt Stamatelopoulos. Beim Strom profitiere das Unternehmen vom starken Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren. "Dieser Teil ist damit gänzlich unabhängig von fossilen Quellen, deren Lieferketten und Kosten."
EnBW-Aktionäre kritisierten fossile Energiequellen
Gleichzeitig kritisieren Verbände wie der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre: Trotz hoher Investitionen in Erneuerbare sei gerade die EnBW immer noch "ganz schön fossil unterwegs". Der Konzern beziehe zum Beispiel Kohle aus Quellen, die nicht im Einklang mit Umweltschutz- und Menschenrechtsstandards stünden.
Dass die EnBW in großen Mengen LNG aus den USA kaufe, sei problematisch, betont die Deutsche Umwelthilfe. Das Flüssiggas werde dort unter besonders gesundheits-, umwelt- und klimaschädlichen Bedingungen produziert.
Für Vorstandschef Georg Stamatelopoulos ist der Konzern inzwischen zukunftsfit umgebaut. "Die EnBW hat eine mehr als 10-jährige schwierige und für alle Akteure kräfteraubende Transformation hinter sich. Wir spielen heute in einer anderen Liga."