Aktive und ehemalige Soldaten

Erster nationaler Veteranentag: Auch in BW wurden Bundeswehrangehörige geehrt

Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten soll mehr wertgeschätzt werden. Aus diesem Grund fand bundesweit zum ersten Mal der Veteranentag statt. Auch in BW gab es Veranstaltungen.

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Stand

Zum ersten Veteranentag in der Geschichte der Bundesrepublik hat es am Sonntag in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen gegeben. Gewürdigt wurden die Leistungen der Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr für Frieden, Freiheit und Demokratie. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr beschlossen, einen solchen Tag einzuführen. Er soll künftig jedes Jahr rund um den 15. Juni begangen werden.

Zentrale Veranstaltung in Berlin

Der Haupt-Festakt zum Veteranentag fand in Berlin statt, wo unter anderem Bundestagspräsidentin und Schirmherrin Julia Klöckner (CDU) eine Rede hielt. "Es war höchste Zeit für diesen Schritt", so Klöckner: "Denn dieser Tag schafft etwas, das lange gefehlt hat: öffentliche Sichtbarkeit, Anerkennung und Respekt für alle, die in den Streitkräften unseres Landes gedient haben."

Die Bundeswehr hat rund zehn Millionen Veteranen, also aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten. Der nationale Tag soll auf ihre Belange aufmerksam machen - auch auf die von jenen, die in Einsätzen gekämpft haben. Bei vielen der 130 bundesweiten Veranstaltungen ging es deshalb um Themen wie Verwundungen, psychische Erkrankungen und Integrationsprobleme von Soldatinnen und Soldaten.

Großer Veteraninnen- und Veteranen-Empfang in Mannheim

Mannheim hat anlässlich des Veteranentags als einzige große Stadt in Baden-Württemberg einen Empfang organisiert. Dieser fand in den Reiss-Engelhorn-Museen statt. Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) zeichnete dabei sechs Veteraninnen und Veteranen für ihren Einsatz aus.

Darunter war die Fachbereichsleiterin Internationales bei der Stadt Mannheim, Cathérine Schleicher. Sie war viele Jahre bei der Marine. Der Veteranentag, sagte sie, sei für Mannheim als ehemaliger großer Garnisonsstandort besonders wichtig. Die Stadt hat bereits angekündigt, auch im nächsten Jahr am Veteranentag die Bundeswehreinsatzkräfte mit einer Veranstaltung zu würdigen.

Singen

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Kritik am Veteranentag aus linkem Spektrum

Obwohl Mannheim als einzige Stadt einen großen Empfang organisiert hat, gab es auch in anderen Orten in Baden-Württemberg Veranstaltungen. So wurden in Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) die Bundeswehr-Fahrzeuge der deutsch-französischen Brigade sowie des Jägerbataillons 291 ausgestellt. In Filderstadt (Kreis Esslingen) gab es eine sicherheitspolitische Informationsveranstaltung und in Offenburg (Ortenaukreis) einen Feldgottesdienst.

Doch nicht nur positive Stimmen waren am Veteranentag zu hören. Linke Gruppierungen und die Friedensbewegung kritisieren den Gedenktag. Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen bezeichnete den Veteranentag als "Militarismus pur". "Statt Soldaten zu feiern, deren Handwerk es ist, im Ernstfall Menschen zu töten, sollten lieber zivile Helfer wie Krankenpfleger oder Menschen aus dem Katastrophenschutz, die Menschenleben retten, gefeiert werden", sagte der politische Geschäftsführer Michael Schulze von Glaßer dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR