Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen - was oft den Anschein einer Sommergrippe hat, kann sich zu einer schwerwiegenden Hirnhautentzündung mit teils neurologischen Ausfällen entwickeln. Sieben Fälle einer solchen schweren Hirnhautentzündung sind seit Januar in Kliniken im Schwarzwald-Baar-Kreis behandelt worden, so das Gesundheitsamt Schwarzwald-Baar-Kreis.
In dem Zeitraum von Januar bis Ende Juni hatten sich insgesamt elf Personen durch einen Zeckenbiss mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) infiziert. Alle betroffenen Personen waren ungeimpft, so das Gesundheitsamt Schwarzwald-Baar-Kreis. Im gleichen Zeitraum im Jahr 2024 waren es zwei Infektionen.
Bisher die meisten FSME-Infektionen in BW im Schwarzwald-Baar-Kreis
Damit führt der Schwarzwald-Baar-Kreis die Liste der FSME-Infektionen der Gesundheitsämter in den vier Regierungsbezirken Baden-Württembergs an: dicht gefolgt vom Zollernalbkreis mit sieben Infektionen (Jahr 2024: 7) und dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit insgesamt fünf Infektionen. Im Vergleich: 2024 hatte sich im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald im gleichen Zeitraum eine Person mit FSME infiziert. Das zeigt die Infektionsübersicht der Regierungsbezirke in Baden-Württemberg. "Einmal infiziert, können lediglich die auftretenden Symptome behandelt werden", betont Hatem Saleh, Leiter des Gesundheitsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis.
Zeckenimpfung von STIKO und Gesundheitsamt empfohlen
Nicht nur der gesamte Schwarzwald, sondern so ziemlich der gesamte Süden Deutschlands und einige andere Regionen gelten als sogenannte FSME-Risikogebiete, wie eine Karte des Robert Koch-Institut zeigt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) und die Gesundheitsämter raten Bewohnerinnen und Bewohner zu einer FSME-Impfung. Genauer gesagt sind es drei Impfungen, die zum Schutz erforderlich sind. Anschließend sind in regelmäßigen Abständen Auffrischimpfungen empfohlen.
Vor allem Personen, die beruflich in der Land- oder Forstwirtschaft unterwegs sind, sollten sich impfen lassen. Aber auch Menschen, die sich in ihrer Freizeit gerne in der Natur aufhalten, wird eine Zeckenimpfung empfohlen. Insbesondere, wenn sie in FSME-Risikogebieten wohnen oder in solche Gebiete reisen. Für bisher Ungeimpfte bedeutet das drei Impfungen in bestimmten Abständen, die eine Infektion mit FSME und damit auch das Auftreten der Symptome verhindern.
Zecken als Überträger anderer Krankheiten
Bei einem Zeckenbiss besteht nicht nur die Gefahr, sich mit FSME anzustecken. Auch Borreliose (Lymeborreliose) kann durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragen werden. Typische Symptome sind die sich ausbreitende Hautrötung, die auch als Wanderröte bezeichnet wird und auch hier grippeähnliche Symptome zeigt. Später können auch Gelenk- und Nevenprobleme dazukommen. Gegen Borreliose gibt es keine vorbeugende Impfung.
Je länger eine Zecke saugt, desto höher ist die Chance für eine Infektion - deswegen ist eine schnelle Entfernung der Zecke wichtig. Die kleine Wunde sollte man anschließend desinfizieren.
Vor Zeckenbiss schützen
Um Zeckenbisse zu verhindern, empfiehlt Saleh das Tragen langer, körperbedeckender Kleidung sowie das Einsprühen mit einem geeigneten Insekten-Schutzspray vor dem Ausflug in die Natur. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes empfiehlt außerdem, helle Kleidung zu tragen. So könne man die winzigen Tiere besser erkennen und im Idealfall noch vor dem Biss entfernen. Auch Tiere tragen demnach oft Zecken, deswegen gilt hier: Finger weg.
Oberste Pflicht nach dem Ausflug: das Absuchen des Körpers nach Zecken - allerspätestens am Abend vor dem Zubettgehen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei geschützten Stellen wie beispielsweise Achselhöhlen, Kniekehlen oder hinter den Ohren gelten - die mögen Zecken am liebsten.