Beim Hebelfest in Hausen erhielt Annette Pehnt aus den Händen von Landeskunstministerin Petra Olschowski den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes. Die Ministerin würdigte die Freiburger Autorin als "eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur".
Die in Köln geborene und in Hildesheim lehrende Literaturprofessorin hielt eine nachdenkliche Dankesrede. Darin sagte die 58-jährige Autorin unter anderem:
Wir brüllen uns gegenseitig an.
"Wir leben in einer lauten, harten, extrem angespannten Zeit", erklärt Pehnt. Auf Social Media und anderen Kanälen brülle man sich ständig gegenseitig an – auch in der Literatur finde sich dieser Ton wieder. Sie selbst beteilige sich daran gelegentlich ebenfalls. Beim Schreiben suche sie jedoch bewusst nach einem anderen Zugang und Modus, um herauszufinden, was wesentlich sei.
Der Johann-Peter-Hebel-Preis wird seit 90 Jahren verliehen und erinnert an den badischen Theologen und Volksschriftsteller Johann Peter Hebel.
Ehrenpreis geht an Literaturwissenschaftler Friedrich Pfäfflin
Anlässlich des 200. Todestag Hebels verlieh die baden-württembergische Kunst- und Wissenschaftsministerin auch noch einen Ehrenpreis. Er ging an den, wie Olschowski sagte, „einzigartigen Büchermacher“ Friedrich Pfäfflin. Der 90-jährige Literaturwissenschaftler aus Oberreichenbach konnte nicht zur Preisverleihung kommen, ließ aber seinen Dank ausrichten. Pfäfflin war jahrzehntelang daran beteiligt, im Land literarische Gedenk- und Museumsorte zu schaffen. Er ist Gründer der „Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg“, die beim Deutschen Literaturarchiv in Marbach angesiedelt ist.