Jetzt ist es klar: der Literaturnobelpreis 2025 geht an László Krasznahorkai. Das Nobelpreiskomitee lobt Krasznahorkai „für sein eindringliches und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischen Schreckens die Kraft der Kunst bekräftigt“.
László Krasznahorkai, 1954 in Gyula geboren, ist ein ungarischer Schriftsteller, der als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Mitteleuropas gilt. Seine Werke sind bekannt für ihre komplexe Sprache, dichten, oft seitenlangen Satzkonstruktionen und eine düstere, apokalyptische Atmosphäre, die etwa an Franz Kafka erinnern. Krasznahorkai schildert darin meist eine von Chaos, Verfall und spiritueller Suche geprägte Welt.
Krasznahorkai lebt in Wien und Triest. „Sátántangó“ ist sein erster Roman, erschienen 1985. Das Werk gilt als ein Meilenstein der modernen ungarischen Literatur und machte den Autor weltweit bekannt.
Krasznahorkai wurde international vielfach geehrt, u. a. mit dem Man Booker International Prize (2015). 1993 wurde er mit dem Preis der SWR Bestenliste, damals noch der „Preis der SWF-Bestenliste“, ausgezeichnet.
„Eine geniale Wahl"
„Eine geniale Wahl", meint SWR Kultur Redaktionsleiter Literatur Frank Hertweck zur Entscheidung des Nobelpreiskomitees. „Weil er ein Autor ist mit dem absoluten Gehör für sprachliche Nuancen, für feinste Differenzierungen — was die Übersetzungen einschließt", meint Hertweck.
„Seine Sätze entwickeln einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann, weil die Düsternis seiner apokalyptischen Weltdiagnosen gebrochen wird vom bissigen Humor des Autors. Seine Ahnherren heißen nicht umsonst Kafka, Dostojewski, Gogol, und er ist ihr Meisterschüler. Wer einmal wissen will, wie man die Unpünktlichkeit der Eisenbahn auf literarisch höchstem Niveau beschreibt, der lese die erste Seite von ,Melancholie des Widerstands'."
Trotzdem: Frank Hertwecks persönlicher, wahrscheinlich ewiger Favorit aber bleibe: Salman Rushdie.
Der Literaturnobelpreis
Der Literaturnobelpreis gilt als die weltweit renommierteste Auszeichnung für schriftstellerische Leistungen. Der Nobelpreis wird seit 1901 jährlich von der Schwedischen Akademie in Stockholm in den Kategorien Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Friedensbemühungen und Literatur verliehen und geht auf den letzten Willen des schwedischen Erfinders und Industriellen Alfred Nobel (1833–1896) zurück.
In seinem Testament bestimmte Nobel, dass der Preis an „die Person gehen soll, die in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealistischer Richtung hervorgebracht hat“.
Der Preis ist mit derzeit rund 11 Millionen schwedischen Kronen (967.000 Euro) dotiert und wird in der Regel im Oktober bekannt gegeben. Die feierliche Verleihung findet traditionsgemäß am 10. Dezember, Nobels Todestag, in Stockholm statt.
Erstmals Preisträgerin aus Südkorea Literaturnobelpreis 2024: Han Kang erhält renommierten Literaturpreis
Der Literaturnobelpreis gilt als der wichtigste Literaturpreis der Welt. Die Schwedische Akademie in Stockholm hat nun die Preisträgerin 2024 verkündet: die Südkoreanerin Han Kang.
Geehrt werden Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus aller Welt, deren Werke durch sprachliche Qualität, gedankliche Tiefe und kulturelle Wirkung herausragen. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich literarische Größen wie Thomas Mann, Gabriel García Márquez, Toni Morrison, Herta Müller oder Kazuo Ishiguro.
Die Entscheidung der Schwedischen Akademie sorgt regelmäßig für weltweite Aufmerksamkeit und nicht selten auch für Diskussionen. Neben der literarischen Bedeutung steht der Preis immer wieder im Spannungsfeld politischer und gesellschaftlicher Debatten, was seine Strahlkraft in der internationalen Öffentlichkeit nur noch verstärkt.
Die Akten des achtzehnköpfigen Nobelpreiskomitees in Stockholm können erst fünfzig Jahre nach Preisverleihung eingesehen werden.
Wichtigster Literaturpreis der Welt Literaturnobelpreis 2025: Wer sind die ewigen Favoriten?
Weltweit laufen die Online-Wettbüros heiß: Wer erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis? Am 9. Oktober lüftet die Schwedische Akademie in Stockholm das Geheimnis.
Vergangene Gewinner: Jon Fosse, Annie Ernaux und Han Kang
2023 ging der Literaturnobelpreis an den norwegischen Autor Jon Fosse, der unter anderem mit Werken wie „Ein neuer Name“, „Der andere Name“ und „Das ist Alise“ großes Ansehen erlangte. 2022 zeichnete die Schwedische Akademie die Urmutter der Autofiktion, die französische Schriftstellerin Annie Ernaux, als 17. Frau und erste französische Schriftstellerin mit dem Literaturnobelpreis aus.
2024 ging der Preis erstmals nach Südkorea, nämlich an Autorin Han Kang.