"Gewässer brauchen Verschnaufpause"

Warum Bootfahren im Taubergießen und in den Elzwiesen aktuell verboten ist

Die Naturschutzgebiete Taubergießen und Elzwiesen sind bei Kanu- und Kajakfahrern beliebt. Seit Samstag ist Bootfahren dort allerdings verboten. Eine Rangerin erklärt, warum.

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Von Autor/in Aaron Klein

Besonders an heißen Tagen sind die Naturschutzgebiete Taubergießen und Elzwiesen (Ortenaukreis und Kreis Emmendingen) beliebte Ausflugsziele. Seit dem Wochenende gilt in den Flüssen dort jedoch ein striktes Bootfahrverbot. Grund dafür sind die hohen Temperaturen und die Trockenheit der letzten Wochen.

Der Altrhein und die Blinde Elz im Taubergießen und die Alte Elz in den Elzwiesen bräuchten wegen des tiefen Pegels dringend eine Verschnaufpause, erklärt Rangerin Cosima Zeller das Verbot.

Die Gewässer brauchen wegen des tiefen Pegels dringend eine Verschnaufpause.

Von dem Verbot sind vor allem Kanu-, Kajak und Schlauchbootfahrer betroffen. Insbesondere Kanufahrer würden mit ihren Booten bei niedrigem Wasserstand den Grund der Gewässer und damit deren natürlichen Organismus beschädigen, erklärt die Rangerin.

Fische und Vögel leiden unter Trockenheit

Mit dem temporären Verbot sollen vor allem die in den Naturschutzgebieten lebenden Fische und Wasservögel geschützt werden. Die Flüsse seien aktuell stark aufgeheizt. Fische würden sich deshalb an tiefere, kühlere Stellen in den Gewässern zurückziehen, so Cosima Zeller. Wer die Fahrrinne nicht einhält oder durch Wasserpflanzen hindurch manövriert, könne die Fische aus diesen sensiblen Bereichen auf- und verscheuchen.

Auch Vögel haben mit der Trockenheit zu kämpfen: Wenn die Flüsse in ein Ungleichgewicht kommen, finden die Vögel im Wasser weniger Nahrung, sagt die Rangerin. Boote und Menschen würden die Tiere bei der Futtersuche nur noch zusätzlich unter Stress setzen.

Auf andere Gewässer auszuweichen sei für viele Vögel derzeit keine Option, da sie durch die Brutzeit und den Gefiederwechsel nicht fliegen könnten.

Cosima Zeller ist Rangerin im Naturschutzgebiet Taubergießen.
Laut Rangerin Cosima Zeller hielten sich die Leute am ersten Wochenende weitestgehend an das Bootfahrverbot. Regierungspräsidium Freiburg

Was passiert, wenn man sich nicht an das Verbot hält?

Das Regierungspräsidium Freiburg hat in den beiden Naturschutzgebieten Schilder aufgestellt, die Besucherinnen und Besucher auf das Verbot hinweisen. Wer sich nicht daran hält, muss ein Bußgeld zahlen. Am ersten Wochenende hätten sich die Leute jedoch weitestgehend daran gehalten und auch verständnisvoll reagiert, sagt Cosima Zeller.

Die Rangerin bekommt zwar häufiger zu hören, dass es doch erst kürzlich geregnet habe, den Gewässern reiche das aber bei weitem nicht: "Uns fehlen die kontinuierlichen Regenfälle - spontane Kurzgewitter füllen die Wasserstände nicht auf", so Zeller.

Der bisherige Regen sei lediglich "ein Tropfen auf den heißen Stein" gewesen. Weil auch die weiteren Wetteraussichten nichts Gutes verheißen, habe man schließlich entschieden, die Gebiete für den Bootsverkehr zu sperren.

Traditionelle Stocherkähne dürfen weiterhin fahren

Bereits im Sommer 2022 war das Bootfahren im Naturschutzgebiet Taubergießen für sieben Wochen verboten worden. Damals wurde jedoch erst im August ein problematischer Wasserstand erreicht. "Wir sind in diesem Jahr einen ganzen Monat früher dran", sagt Rangerin Cosima Zeller. Ein Ende des Verbots ist deshalb noch nicht absehbar.

Eine Stocherkahnfahrt im Naturschutzgebiet Taubergießen.
Die Nachenfahrten mit den traditionellen Stocherkähnen dürfen mit Ausnahmegenehmigungen im Taubergießen noch stattfinden. Rolf Haid

Die Nachenfahrten mit den traditionellen Stocherkähnen dürfen mit Ausnahmeregelung im Naturschutzgebiet Taubergießen weiterhin fahren. Die Fahrer der Nachen seien geübt und würden sich in den Gewässern des Gebiets gut auskennen, heißt es vom Regierungspräsidium. In den Elzwiesen finden diese Fahrten demnach grundsätzlich nicht statt.

Bereits jetzt sollen nur so viele Leute mitfahren dürfen, dass die Gewässersohle, in denen die Nachen fahren, durch die Boote nicht beschädigt werden. Sollten die Pegel allerdings weiter sinken und das Stocherkahnfahren nicht mehr ohne Schäden für die Natur möglich sein, soll auch hier ein Verbot ausgesprochen werden.

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