3,4 Millionen Euro für Sanierung

Helios-Arena frisch saniert: Schwenninger Wild Wings starten auf neuem Eis in die Saison

Neue Betonpiste, moderne Kältetechnik und Photovoltaik: Rechtzeitig zum Start in die DEL-Saison ist die Helios-Arena in Villingen-Schwenningen modernisiert.

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Stand

Die Helios-Arena in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) hat eine umfassende Modernisierung hinter sich. Nach rund 60 Jahren hat die Profieisfläche eine komplett neue Betonpiste bekommen. Dazu wurden Kälte-, Lüftungs- und Energietechnik grundlegend erneuert. Pünktlich zum Saisonstart der Schwenninger Wild Wings in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind die Bauarbeiten abgeschlossen.

Rund 248.000 Liter Beton für neue Eisfläche

Direkt nach dem letzten Heimspiel der Schwenninger Wild Wings im März 2026 verwandelte sich die Arena in eine Großbaustelle: 240 Lkw-Ladungen Erde und Schotter wurden aus der Halle gebracht, der Untergrund mit 160 Pfählen stabilisiert und rund 20 Kilometer Rohrleitungen für das neue Glykol-Kühlsystem verlegt - verbunden durch mehr als 2.000 Schweißnähte. Rund 248.000 Liter Beton bilden nun die neue Platte, auf der Bande und Eisfläche aufgebaut wurden.

Ein baggerähnliches Gerät rammt rund 160 Pfähle in den Untergrund der Helios-Arena und sorgt so für zusätzliche Stabilität der neuen Betonpiste.
Ein baggerähnliches Gerät rammt rund 160 Pfähle in den Untergrund der Helios-Arena und sorgt so für zusätzliche Stabilität der neuen Betonpiste. Samantha Happ

Eismeister Heinz Sühm erklärt, worauf es bei der Betonplatte ankam: "Ganz, ganz wichtig ist natürlich das Rütteln, dass hier keine Kiesnester entstehen." Erst als der Beton vollständig ausgehärtet war, konnte mit der Eisbereitung, der Linierung und der Gestaltung der Sponsorenflächen gestartet werden. Insgesamt investiert die städtische Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen GmbH (KEB) rund 3,4 Millionen Euro in das Projekt.

Zeitkapsel unter neuer Eisfläche versenkt

Ein besonderes Detail der Baumaßnahme ist die Zeitkapsel unter der Stehtribüne. Sie enthält Baupläne, Fotos, ein Schreiben an künftige Generationen und symbolische Gegenstände wie ein Stück Eishockeyschläger und eine Trillerpfeife. Oberbürgermeister Jürgen Roth (CDU) spricht von "einem ganz besonderen Moment" und hofft, dass spätere Generationen die Kapsel eines Tages wiederfinden.

Oberbürgermeister Jürgen Roth mit KEB-Betriebsleiter und KEB-Geschäftsführer Gregor Gülpen beim befüllen der Zeitkapsel.
Oberbürgermeister Jürgen Roth mit KEB-Betriebsleiter und KEB-Geschäftsführer Gregor Gülpen beim befüllen der Zeitkapsel. Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen GmbH (KEB), Fotograf: Oliver Bauer

Warum die Helios-Arena saniert werden musste

Technisch bringt die Modernisierung einen deutlichen Sprung: Die Leistung der Kälteanlage steigt von 840 auf 1.100 Kilowatt, der Ammoniakanteil sinkt durch den stärkeren Einsatz von Glykol um rund 50 Prozent. Wärmerückgewinnung soll etwa eine Million Kilowattstunden Erdgas pro Jahr einsparen, eine Photovoltaikanlage mit 320 Kilowatt-Peak auf dem Hallendach liefert Solarstrom. Künftig soll die Eisfläche auch im Sommer durchgängig gehalten werden können.

Auf dem Dach der Helios-Arena entsteht eine neue Photovoltaikanlage mit 320 Kilowatt-Peak Leistung, die künftig einen Teil des Strombedarfs der Eishalle decken soll.
Auf dem Dach der Helios-Arena entsteht eine neue Photovoltaikanlage mit 320 Kilowatt-Peak Leistung, die künftig einen Teil des Strombedarfs der Eishalle decken soll. Samantha Happ

Nach fünf Monaten Bauzeit meldete die Kunsteisbahn Villingen-Schwenningen diesen Mittwoch den Abschluss der Arbeiten mit den Worten: "Punktlandung zum Saisonstart". Am selben Tag trainierten die Wild Wings bereits erstmals auf der neuen Eisfläche.

Schaden an Glykolleitung sorgt kurz vor Saisonstart für Aufregung

Wenige Tage vor dem Heimauftakt der Wild Wings wurde auf Bahn 2 bei einem Nachwuchsturnier eine Glykolleitung beschädigt. Mehrere tausend Liter Kühlmittel traten aus, die Eisfläche musste vorübergehend gesperrt werden. Fachfirmen und KEB-Mitarbeitende reparierten den Schaden innerhalb weniger Tage, Bahn 2 steht inzwischen wieder voll für Betrieb und Training zur Verfügung.

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Mit der modernisierten Helios-Arena stärkt Villingen-Schwenningen seinen Eissportstandort langfristig. Nach Angaben von Oberbürgermeister Roth entfallen nur etwa zehn Prozent der Eiszeiten auf den Profibereich. Rund 90 Prozent nutzen Jugend- und Breitensport, Schulen, Hobbygruppen und der öffentliche Eislauf. Vor allem Bahn zwei eignet sich für Schulklassen und Kinder, die ihre ersten Schritte auf dem Eis machen.

Wir haben die 60 Jahre alte Betonpiste von Grund auf saniert - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Schwenninger Wild Wings starten am Freitag (19:30 Uhr) gegen die Löwen Frankfurt in die neue Saison der Deutschen Eishockey-Liga - mit neuem Kapitän und neuer Eispiste in der Helios-Arena. Nun kann der Puck wieder in Schwenningen fallen. Oberbürgermeister Jürgen Roth fasst die Bedeutung der Halle so zusammen: "Der Eishockeysport gehört zu Villingen-Schwenningen wie kaum etwas anderes und begeistert die Menschen weit über unsere Stadt hinaus."

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