Für sie ist Bügeln alles andere als langweilige Hausarbeit. Björn Bader und Milan Bauer aus Wehr im Kreis Waldshut bügeln überall: an Felswänden, über Wasserfällen oder beim Gleitschirmfliegen. Sie haben den Trend auf Instagram entdeckt und sich gedacht: Das probieren wir aus. Deshalb klettern sie mit einem alten Bügeleisen vom Flohmarkt überall dorthin, wo es geht, und probieren ständig neue Orte aus.
Björn Bader und Milan Bauer sind beide Anfang 20 und das Extrembügeln ist ihr größtes Hobby. Auf Instagram kann man sie verfolgen, wie sie Felswände hochklettern und auf Fähren oder am Strand unterwegs sind - immer mit dem Bügelbrett. Sie haben es so umgebaut, dass sie es zusammenklappen und sich auf den Rücken binden können.
Die Blicke, die man erntet, und die Kommentare, die man dazu bekommt - deshalb machen wir das.
An den kuriosen Orten holen sie dann Kleidung aus dem Rucksack und bügeln. Natürlich ohne Strom. Das Retro-Bügeleisen wird mit einem Gaskocher aufgeheizt. Faltenfreie Wäsche ist dabei zweitrangig. Bader und Bauer geht es vor allem um das Erlebnis.
Bei uns wird die Wäsche zusammengelegt und in den Schrank gestopft. Uns geht’s beim Extrembügeln eher darum, dass wir irgendwas dabei erleben und ein bisschen inspirieren können, raus zu gehen, in die Natur zu gehen.
Vermutlich erste Bügler während eines Gleitschirmflugs
Die beiden Extrembügler aus Wehr haben die Sportart 2023 für sich entdeckt. Sie waren schon davor als Kletterer und Pfadfinder viel in der Natur unterwegs. Seitdem nehmen sie auch das Bügelbrett mit. Häufig im Alb- und Wehratal, wo sie die Felswände hochklettern. Auch im Urlaub bügeln sie. Sei es 2024 in Schweden oder bei einem Fasnachtsumzug in der Schweiz.
Ihre neueste Herausforderung war: Bügeln beim Gleitschirmfliegen. Mit einem motorisierten Gleitschirm wollten sie vom Dinkelberg (Kreis Waldshut) aus eine Runde fliegen und gleichzeitig bügeln. Mit heißem Bügeleisen und Bügelbrett auf den Knien stieg Björn Bader in die Luft. Das Experiment hat geklappt - nur das Hemd wurde nicht glatt.
Erste Extrembügler vor über 25 Jahren in England
Extrembügeln kommt ursprünglich aus England. Der Brite Philip Shaw soll keine Lust gehabt haben, zu Hause zu bügeln und hat sein Brett 1997 deshalb mit in die Natur genommen. Er ging an zahlreiche verschiedene Orte und begründete so eine neue Sportart: Extreme Ironing - Extrembügeln. In kurzer Zeit schlossen sich Hunderte Anhänger an. Um die Jahrtausendwende schwappte die Sportart dann nach Deutschland. 2002 fanden in München sogar die Weltmeisterschaften im Extrembügeln statt.