Die Hochphase der schwäbisch-alemannischen Fastnacht steht kurz bevor. In den kommenden Wochen werden sich wieder tausende Menschen in Waldshut-Tiengen durch Gassen und Festzelte schieben. Damit das Feiern ausgelassen, aber sicher bleibt, setzt die Stadt in diesem Jahr erneut auf Prävention.
Präventionskampagne für mehr Sicherheit an der Fastnacht
Unter dem Motto "Narri Narro ohne K.O." will die Stadtverwaltung auf Jugendschutz, gegenseitigen Respekt und einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol aufmerksam machen. Auch Standbetreiberinnen und -betreiber wurden in diesem Jahr noch einmal besonders für ihre Verantwortung beim Ausschank sensibilisiert.
Auffällige Plakate mit klaren Botschaften gehören ebenfalls zur Kampagne. Slogans wie "Ja heißt Ja. Nein heißt Nein." sollen auf Grenzen aufmerksam machen. Projektpartner sind unter anderem die Polizei und das Kinder- und Jugendreferat der Stadt Waldshut-Tiengen.
Uns ist es wichtig, auf die Risiken und Gefahren hinzuweisen, die Teil der Fastnacht sind.
Ergänzend dazu hat die Stadt in diesem Jahr erstmals einen Workshop für Akteure der örtlichen Fastnacht angeboten. Die Polizei, das Frauen- und Kinderschutzhaus Courage und der Baden-Württembergische Landesverband für Prävention informierten dabei über den Schutz vor sexualisierter Gewalt und den Umgang mit stark alkoholisierten Gästen.
Anlaufstellen an der Hoorigen Mess und Närrischen Gass
Neu sind bei großen Veranstaltungen außerdem sogenannte Awareness-Stände, also Infostände zu den Themen sexuelle Übergriffe, Alkohol- und Drogenmissbrauch. An der Hoorigen Mess in Tiengen und auf der Närrischen Gass in Waldshut beispielsweise stehen geschulte Ansprechpersonen bereit. Sie verteilen kostenlos Wasser und laden mit Liegestühlen zu einer kurzen Pause ein. Ziel sei frühzeitig zu sensibilisieren, damit die Fastnacht für alle ein Fest bleibt, so die Stadtverwaltung.
Verdachtsfälle auf K.-o.-Tropfen im Kreis Waldshut
Im vergangenen Jahr wurde eine Fastnachtsveranstaltung in Murg-Niederhof wegen des Verdachts auf K.-o.-Tropfen frühzeitig beendet. In Proben von sechs betroffenen Frauen konnten die Rechtsmediziner jedoch keine K.-o.-Mittel nachweisen. Wenige Tage später wurde eine weitere Fastnachtsveranstaltung im Kreis Waldshut nach zwei ähnlichen Verdachtsfällen ebenfalls abgebrochen.