Die Waldbrandgefahr steigt, nicht nur im Südens Europas, sondern auch bei uns. Andauernde Hitze und Trockenheit haben im Elsass schon zahlreiche Vegetationsbrände ausgelöst. Frankreich geht deshalb nun einen neuen Weg. Neuerdings werden Feuerwehrleute direkt in Risikogebieten stationiert. Möglichst auf erhöhten Positionen - zum Beispiel auf einer Burg.
Drohnen, Satelliten, Kameras - all das hat die Feuerwehr im Département Haut-Rhin natürlich ebenfalls und sie nutzt es auch. Aber neuerdings greifen die Franzosen auch wieder auf eine ganz traditionelle Methode der Brand-Prävention zurück: Die simple Beobachtung mit Auge und Fernglas. Wie schon die Türmer im Mittelalter suchen sie das Umland nach Rauchzeichen ab.
Schon die kleinste Rauchwolke kann einen Feuerwehr-Einsatz auslösen
"Bei einem tatsächlich beginnenden Feuer ist der Rauch grau-schwarz und breitet sich in einem Waldstück aus", erklärt Marion Rapior. Die Leiterin der Waldbrand-Prävention bei der Feuerwehr Haut-Rhin steht gemeinsam mit ihren Kollegen auf den alten Mauern der Burg Hohlandsberg bei Colmar. Von hier haben sie einen Rundum-Panoramablick und können bis über den Rhein nach Deutschland schauen. Schon bei der geringsten Rauchsäule kommt sofort Leben in die Mannschaft.
Auf diese Weise und mit viel Arbeit schaffen wir es, einen Waldbrand zu erkennen.
"Wir schauen dann mit dem Fernglas genauer hin und überprüfen, ob es Überschneidungen mit Informationen aus der Bevölkerung gibt", sagt Rapior. Dann laufen die Feuerwehrleute zu ihren Fahrzeugen, die gleich unterhalb der Burg geparkt sind. Da sie schon in der Gegend sind, gewinnen sie wertvolle Zeit. Feuer sollen rasch erkannt und noch im Keim erstickt werden. So sieht es die nationale französische Strategie gegen Waldbrände vor. Deshalb sind Beobachter jetzt in zwei Risikogebieten täglich mehrere Stunden im Einsatz, vor allem in den Nachmittagsstunden, wenn die Gefahr eines Vegetationsbrandes steigt.
Infotag zum Waldbrand-Management in Gengenbach (Ortenaukreis) - auch darüber berichtete SWR Aktuell Baden-Württemberg am 05.07.2025:
Kameras auf Feuerwehrgebäuden scannen Umgebung nach Feuern ab
Wo es keine höhergelegenen Orte gibt, etwa in der Region Hagenau, übernehmen Kameras auf den Feuerwehrgebäuden die Aufgabe der Beobachter. "Sobald die Kamera ein Bild einfängt, auf dem man Feuer nachweisen kann, wird das Bild dem Notfall-Zentrum gesendet", erläutert Hervé Claudon, der Feuerbeauftragte für den Bas-Rhin. "Dort wird es einer IT-Einheit weitergeleitet, die das Bild per KI und mit einem Fachmann auswertet." Drei Standorte mit Kameras gibt es bereits. Diesen Monat sollen sie den Betrieb aufnehmen.
Über dieses Thema berichtete die Sendung “Dreiland Aktuell” am 05.07.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.