Die Polizei fahndet nach einem 48 Jahre alten Mann, der am Samstagabend von Mitarbeitern des Zentrums für Psychiatrie in Emmendingen als vermisst gemeldet wurde. Der Patient war am Nachmittag von einem genehmigten Freigang nicht in die Klinik zurückgekehrt. Seit August 2025 war er wegen mehrerer Straftaten, darunter Raub- und Eigentumsdelikte, in der Einrichtung untergebracht.
Erste Fahndungsmaßnahmen an bekannten Aufenthaltsorten in Offenburg (Ortenaukreis) und Radolfzell (Kreis Konstanz) blieben laut Polizei ohne Erfolg. Der Mann ist von schlanker Statur und etwa 1,70 Meter groß. Er hat einen schwarzen Haarkranz und einen Vollbart. Zudem hat er eine größere Brandnarbe am Hinterkopf. Die Ermittler setzen die Suche nach dem Mann fort und bitten um Hinweise.
Mehrere Entflohene innerhalb Wochen Vier Fluchten aus Psychiatrie: Klinik in Emmendingen erklärt ihr Vorgehen
Drei Straftäter sind aus dem Zentrum für Psychiatrie Emmendingen (ZfP) geflohen. Wie konnte das passieren? Das ZfP reagiert auf Fragen zur Flucht und möglichen Sicherheitslücken.
Freigang dient der Resozialisierung
Bereits zwischen Ende April und Anfang Mai waren drei Patienten aus der Psychiatrie in Emmendingen verschwunden. Alle waren, wie auch in diesem Fall, nach einem genehmigten Freigang nicht zurückgekehrt. Die Psychiatrie Emmendingen hatte daraufhin Stellung genommen und die Fälle eingeordnet. "Die Patienten des ZfP haben nach einiger Zeit ein Recht auf diese Form der Resozialisierung", sagt Franz Xaver Regel, Chefarzt der Psychiatrie in Emmendingen. Denn anders als im Strafvollzug hat das ZfP zunächst den Auftrag, Patienten zu behandeln.
Sobald es der Behandlungsstand erlaubt, sollen Lockerungen der Resozialisierung dienen. Der Freigang gehört zur Therapie - er soll helfen, die Patienten wieder an ein Leben außerhalb der Klinik heranzuführen. Ob jemand dafür bereit ist, entscheidet das Klinikpersonal gemeinsam. Dass Patienten nach einem Freigang nicht zurückkehren, sei insgesamt eher selten, so Franz Xaver Regel.