Der Gemeinderat der Stadt St. Blasien hat einstimmig entschieden, das Revitalbad im Ortsteil Menzenschwand zum Jahresende still zu legen. Bis zum Jahresende sollen ein Investor und eine Gruppe von Bürgern die Möglichkeit bekommen, Konzepte für die Zukunft der Anlage vorzulegen.
Die Zeit drängt: die Stadt St. Blasien muss den Haushalt für das kommende Jahr aufstellen. Das Radonbad kostet jedes Jahr 650.000 Euro. Das kann die Stadt nicht länger aufbringen, so die einhellige Meinung im Gemeinderat. Jetzt müssen Verträge gekündigt und Übernahmeverhandlungen geführt werden. Das Revitalbad wurde vor 20 Jahren gebaut.
"Vor dem Hintergrund der äußerst angespannten Finanzlage der Kommunen in Baden-Württemberg und dem großen Investitionsstau im Bereich der kommunalen Pflichtaufgaben sind Verlustausgleiche in dieser Dimension schlicht nicht mehr leistbar", so St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst.
Zunächst wurden dort mit radonhaltigem Wasser auch Therapien angeboten. Doch das Bad schreibt seit Inbetriebnahme Verluste. Ein Investor will die Anlage in Menzenschwand übernehmen: Bad und Sauna schließen und die Anlage für Events wie Tagungen, Seminare, Feste oder Konzerte nutzen. Eine Gruppe von Bürgern aus Menzenschwand kündigt Widerstand an: Sie soll Zeit bekommen, nun ein eigenes Konzept vorzulegen.