Die Zukunft des Hallenbads in Kressbronn (Bodenseekreis) steht auf der Kippe. Aufgrund hoher Sanierungskosten von rund zehn Millionen Euro plante die Gemeinde, das Bad aufzugeben. Doch eine engagierte Bürgerinitiative gibt neue Hoffnung: Bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Kressbronner Hallenbads am Dienstagabend wurde die Gründung eines Fördervereins diskutiert, um das Schwimmbad mit Spenden und Fördermitteln zu erhalten.
Gemeinde Kressbronn wollte Sanierung bereits aufgeben
Noch im Januar hatte die Gemeinde Kressbronn angekündigt, das Hallenbad nicht mehr sanieren zu wollen. Die geschätzten Kosten von zehn Millionen Euro seien schlicht nicht finanzierbar, erklärte Bürgermeister Daniel Enzensperger (CDU) damals. Seit Jahren wurde die Sanierung wegen fehlender Mittel immer wieder verschoben. Schließlich zog die Gemeinde die Reißleine: Das inzwischen 50 Jahre alte Bad sollte nur noch so lange betrieben werden, wie es technisch möglich sei. Fördergelder oder Drittmittel seien nicht in Sicht, weshalb der Gemeinderat in einer Klausurtagung die endgültige Schließung vorbereitete. Der finale Beschluss dazu sollte Mitte März gefasst werden.
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Podiumsdiskussion bringt neuen Schwung in die Debatte
Am Dienstagabend versammelten sich rund 200 Bürger zur Podiumsdiskussion der Initiative "Pro Hallenbad Kressbronn". Ziel war es, Wege zur Rettung des stark sanierungsbedürftigen Hallenbads zu finden. Bürgermeister Daniel Enzensperger betonte dabei, dass eine Finanzierung allein durch die Gemeinde unmöglich sei: "Es braucht dringend Unterstützung vom Land Baden-Württemberg durch ein Förderprogramm sowie Spenden aus der Bevölkerung." Er verwies auf die Schulbauförderung als potenzielle Geldquelle, da viele Schulkinder das Hallenbad für den Schwimmunterricht nutzen. Grundsätzlich befürwortet Enzensperger den Erhalt des Hallenbads.
Warum das Hallenbad in Kressbronn für die Gemeinde unverzichtbar ist
Viele Bürger meldeten sich bei der Diskussion zu Wort und betonten, wie essenziell das Hallenbad für die Gemeinde sei. Besonders für Familien, Vereine und den Schwimmunterricht der Schulen spiele es eine zentrale Rolle. Ein Teilnehmer sagte: "Ich habe hier als Kind schwimmen gelernt, mein Vater ebenso. Gerade am Bodensee muss jedes Kind sicher schwimmen können." Auch Vertreter von Schwimmvereinen betonten die Wichtigkeit des Bades: "Ohne das Hallenbad wäre unsere Abteilung am Ende. Regelmäßiges Training ist für die Entwicklung der Kinder essenziell."
Förderverein als Lösung: Spenden und öffentliche Gelder sollen Hallenbad retten
Um die erforderlichen zehn Millionen Euro zu finanzieren, soll ein Förderverein gegründet werden. Dieser soll Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen sammeln und gleichzeitig öffentliche Fördermittel beantragen. Die Gemeinde und die Bürgerinnen und Bürger sind sich einig: Das Hallenbad Kressbronn muss erhalten bleiben.