Mit dem schmutzigen Dunnschdig beginnen die höchsten Feiertage der schwäbisch-alemannischen Fasnet. In welchem Ort welches Brauchtum gefeiert wird, ist aber sehr unterschiedlich. Weit verbreitet sind in Südbaden das Wecken, die Schülerbefreiung, der Rathaussturm oder das Narrenbaumsetzen. Dazu gehören auch die Hemdglunkerumzüge, die es in über 70 Gemeinden von Friesenheim (Ortenaukreis) bis Lörrach gibt. Mit ihnen wird es abends noch einmal ordentlich laut in Südbaden.
In Freiburg beginnt die Fasnet mit dem Narrenbaum
In Freiburg muss Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) am Mittag wieder seinen Rathausschlüssel an den Oberzunftmeister abgeben. Danach stellen die Fasnetrufer ihren Narrenbaum auf. Erst dann gehe die Fasnet so richtig los, sagen die Narren.
Das Motto der Breisgauer Narrenzunft in diesem Jahr: "Ein Narr verbreitet, das ist wahr, Humor und Frohsinn Jahr für Jahr."
Narrenbaumstellen: Ausnahmetag für 20-Jährige in Löffingen
Auch in Löffingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) wird am schmutzigen Dunnschdig ab 14 Uhr der Narrenbaum hochgehievt - das darf aber nur, wer genau 20 Jahre alt ist. Bis der Baum steht, kann es schon einmal mehrere Anläufe brauchen. Von unten wird er mithilfe von Stöcken langsam aufgestellt. Zeitgleich wird er mit einem Seil an einem Wohnhaus entlang hochgezogen. Wenn der Baum steht, darf eine oder einer aus der Gruppe den Baum hochklettern und die Seile lösen.
Zum Abschluss stehen die Zwanzigjährigen unter dem Narrenbaum und schwören die ewige Treue zur Löffinger Fasnet. Damit gehören sie offiziell zur großen Narrenfamilie der Löffinger Laternenbrüder.
Gehört zur schwäbisch-alemannischen Fasnet: Der Hemdglunkerumzug
"Jokili kumm" - mit diesem Ruf werden die Endinger Narren am Donnerstagabend ihren Jokili, die Leitfigur ihrer Fasnacht, aus dem Brunnen holen, indem er das übrige Jahr lang schläft. Sobald der Oberjokili auf dem Brunnen erscheint, beginnt die Endinger Fasnet (Landkreis Emmendingen) - fünf Tage haben die Narren das Sagen in der Stadt. Los geht das Ganze am schmutzigen Dunnschdig um 19 Uhr mit dem Hemdglunkerumzug. Dabei wird ein langes Nachthemd, ein Halstuch und eine Schlafmütze getragen.
Beim Hemdglunkerumzug ziehen die Narren lärmend durch den Ort. Schlagen auf Töpfe oder Deckel - Hauptsache laut. Hemdglunkerumzüge gibt es am schmutzigen Dunnschdig in Südbaden in über 70 Gemeinden und Ortschaften. Darunter Furtwangen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Löffingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Bonndorf und St. Blasien (Kreis Waldshut), Schwanau und Friesenheim (Ortenaukreis) sowie Grenzach-Wyhlen und Lörrach.
Und nach dem schmutzigen Dunnschdig geht's weiter
Nach dem Schmutzigen Dunnschdig bleibt noch viel Zeit für weitere närrische Highlights. Wie jedes Jahr dürfen dabei große Umzüge nicht fehlen: Am Fasnetssonntag werden Tausende Narren durch Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis), Emmendingen und Elzach (Landkreis Emmendingen) ziehen. Am Fasnetsmendig gibt es ab 14 Uhr den großen Umzug durch Freiburg. Mehrere tausend Hästräger und über 100 Zünfte, Kapellen und Gruppen sind dann auf den Straßen rund um das Freiburger Münster unterwegs.
Open-Air in Laufenburg: Hat hier jemand Guggenmusik gesagt?
Über 10.000 Menschen werden am Freitag zum Open-Air-Guggenfestival in der Altstadt von Laufenburg erwartet. Bei der "Hoorige Mess" am Samstag findet in Tiengen (beide Landkreis Waldshut) - nach eigenen Angaben - die größte Straßenfasnacht am Hochrhein statt.
Weitere närrische Höhepunkte sind der Hexensabbat in Waldkirch (Kreis Emmendingen) am Fasnetssamstag und das historische Narrenwecken in Wolfach (Ortenaukreis) am frühen Fasnetsmedig.