"Erpressung" und "Korruption"

"Mafiöse Strukturen": Christian Streich kritisiert FIFA

Mit scharfen Aussagen äußert sich der frühere SC Freiburg-Trainer in der Debatte um die Zukunft des Weltfußballs. Anlass ist der Streit zwischen FIFA und UEFA über Investoren.

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Von Autor/in David Zastrow

Der frühere Trainer des SC Freiburg, Christian Streich, hat den Weltfußballverband FIFA mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. Er wirft der FIFA "Korruption", "mafiöse Strukturen" und "Erpressung" vor. Gleichzeitig stellt sich der 61-Jährige hinter den Boykott-Kurs der UEFA im Streit um die Vermarktung künftiger FIFA-Wettbewerbe. Das sagte er am Rande seines Besuchs im Trainingslager des SC Freiburg im österreichischen Schruns am Sky-Mikrofon.

Streich: "Das ist Erpressung!"

Streich kritisiert vor allem die Machtstrukturen innerhalb des Weltfußballverbands. Finanzschwache Verbände würden durch hohe Geldzahlungen unter Druck gesetzt, sagt der ehemalige Bundesliga-Trainer. Wörtlich spricht er von "Erpressung".

Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino greift Streich persönlich an. "Infantino hat keine Ahnung von Fußball, der wusste nicht einmal, was Abseits ist", sagt der frühere SC-Coach.

Lob für die Haltung der UEFA

Nach Ansicht von Streich ist ein Boykott von FIFA-Wettbewerben derzeit der richtige Weg. Er lobt die Haltung der UEFA und hofft, dass sich der europäische Fußballverband mit seiner Kritik durchsetzt. "Da gibt's nur eins: raus aus der WM", sagt Streich. Selbst wenn dadurch zunächst nur noch Europameisterschaften stattfinden würden, sei das seiner Meinung nach der bessere Weg.

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Gleichzeitig zeigt sich der 61-Jährige optimistisch, dass sich der internationale Fußball langfristig in eine andere Richtung entwickeln könne.

Streit um Vermarktungspläne der FIFA

Hintergrund sind Pläne der FIFA, einen Teil der Vermarktung ihrer Wettbewerbe an private Investoren abzugeben. Nach Ansicht der UEFA würde dadurch zu viel Einfluss auf den internationalen Fußball an externe Geldgeber abgegeben. Der europäische Fußballverband lehnt die Pläne deshalb ab und hat angekündigt, FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren, sollte die FIFA an ihrem Kurs festhalten.

Mit seinen Aussagen reiht sich Streich in die prominenten Kritiker der FIFA ein. Bereits in der Vergangenheit hatte er sich immer wieder zu gesellschaftlichen und sportpolitischen Themen geäußert. Seine aktuelle Kritik richtet sich nun erneut gegen die Entwicklung des internationalen Fußballs und die Rolle der FIFA unter deren Präsident Gianni Infantino.

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