Die Synagoge in Freiburg bekommt einen Schutzzaun. 1,75 Meter soll er hoch werden und sich nahe der Fassade des jüdischen Gotteshauses entlangschlängeln. Die israelitische Gemeinde will sich so besser vor gewaltsamen Übergriffen schützen, zu denen es in der Vergangenheit immer wieder kam.
Wüste antisemitische Beschimpfungen vor der Synagoge
Im Umfeld der Synagoge kam es bereits zu mehreren bedrohlichen Situationen. Aufnahmen einer Überwachungskamera von 2019 zeigen einen Mann, der sich dem Eingangsbereich der Synagoge Freiburg nähert und Mitglieder der Gemeinde beschimpft: "Sind wir hier in Deutschland oder sind wir in Juden-Land? Mich wundert nicht, dass Hitler euch vergast hat, ihr Idioten!"
Ich bin froh, dass wir die Polizei immer dabei haben bei jeder Veranstaltung
Erst kürzlich sei es zu einem weiteren Vorfall gekommen, als ein Unbekannter wüst geschimpft und in den Brunnen vor der Synagoge gespuckt haben soll, erzählt Nikita Nikischin, der Beauftragte für Sicherheit der israelitischen Gemeinde Freiburg.
Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn hält einen Schutzzaun für notwendig
Die Stadt Freiburg wolle eigentlich keine Zäune an öffentlichen Plätzen errichten, sagte Oberbürgermeister Martin Horn bei der Vorstellung der Baupläne. Ein Schutzzaun vor der Synagoge sei allerdings notwendig geworden. "Letztlich ist es die logische Konsequenz von dem was wir in Deutschland erleben, einfach für Sicherheit aber auch für Sichtbarkeit jüdischen Lebens , diese weiter zu bewahren und zu beschützen.“", so Horn.
Neben neuen Fenstern, einer Sicherheitsschleuse und Überwachungskameras stellt der Zaun nun eine weitere Barriere dar, um Störenfriede und potenziell gefährliche Personen vor der Synagoge in Freiburg auf Abstand zu halten.