Im tiefsten Winter tagelang ohne Strom - so ist es tausenden Haushalten im Berliner Südwesten ergangen. Am Mittwoch haben alle nach und nach wieder Strom bekommen. Der Vorfall macht nachdenklich. Wie sieht es bei einem Stromausfall mit der gesundheitlichen Versorgung aus? Wie gut sind Krankenhäuser auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet? Zum Beispiel das St. Josefskrankenhaus in Freiburg mit seinen 250 Betten?
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Technischer Betriebsleiter: St. Josefskrankenhaus bei Stromausfall gut aufgestellt
Stefan Barth habe der Vorfall in Berlin wieder vor Augen geführt: Es könne jederzeit einen Netzausfall geben - aus welchen Gründen auch immer, sagt er. Sollte es im St. Josefskrankenhaus zu einem Stromausfall kommen, ist Barth gefragt. Als technischer Betriebsleiter ist er für die gesamte Haustechnik zuständig. Doch das Krankenhaus hat einen Notfallplan.
Ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind (auf einen Stromausfall Anmerk. d. Redaktion).
Barth läuft in den Keller des Krankenhauses. Vor einer dicken Metalltür bleibt er stehen und schließt sie auf. Für diese Tür haben nur zehn Personen den Schlüssel. Dahinter verbirgt sich das technische Herz des Krankenhauses.
Stefan Barth läuft einen Flur entlang - vorbei an einer großen, brummenden Lüftungsanlage. Dann kommt noch eine dicke Metalltür. "Elektrischer Betriebsraum" steht darauf. Barth öffnet sie und betritt einen großen Raum. Der Blick fällt direkt auf einen schwarzen Koloss, der ein bisschen wie eine Dampflok aussieht. "Das ist der Notstrom-Aggregator", sagt Stefan Barth. Es ist einer von zwei, die im Keller des St. Josefskrankenhauses verbaut sind.
Direkt neben dem Aggregator ist die Netzüberwachung. "Es geht alles automatisch", erklärt Barth. "Die Netzüberwachung prüft, ob ausreichend Stromversorgung zur Verfügung steht. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht der Fall ist, schaltet sofort der Netzersatzbetrieb zu." Wenn der Aggregator mal läuft, ist er sehr laut. Deshalb die speziellen Wände mit der Metallverkleidung - sie dämmen den Schall. Ohne diese Wandkonstruktion würde man das Brummen im ganzen Krankenhaus hören, sagt Barth.
Stromversorgung für mindestens zwei Tage gesichert
Das Krankenhaus fährt bei der Notstromversorgung zweigleisig: Es gibt Batterieanlagen und die beiden dieselbetriebenen Aggregatoren. Die Batterieanlagen seien für sensible Bereiche, die ohne Unterbrechungen mit Strom versorgt werden müssen - wie zum Beispiel Beatmungsgeräte, sagt Barth. Die Notstrom-Aggregatoren starten bei einem Stromausfall automatisch nach maximal 15 Sekunden.
Es tritt in einem Krankenhaus immer eine kritische Lage ein, wenn ein Energieversorger uns nicht mehr versorgen kann.
Man sei gut vorbereitet auf einen Stromausfall, sagt Barth, "weil die Anlagen, die hier installiert sind, eben genau für diesen Fall eingerichtet wurden." Wie lange die dieselbetriebenen Notstrom-Aggregatoren durchhalten? Rein rechnerisch könnten sie unendlich betrieben werden, erklärt der Techniker. "Aber dafür sind sie natürlich nicht gedacht und auch nicht vorgesehen." Die Anlagen seien darauf ausgelegt, dass sie 48 Stunden Energie liefern können, sagt er. Der Mineralöl-Lieferant stelle sicher, dass er das Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden mit neuem Diesel beliefern könne.
Bei Stromausfall kein Regelbetrieb
Stefan Barth betont allerdings: Die Anlagen seien nicht da, um den Normalbetrieb im Krankenhaus weiter aufrecht zu erhalten - sondern für eine Notversorgung, sagt Barth. Zum Beispiel müsse der OP-Betrieb weiterlaufen: "Man kann nicht flächendeckend alle Anlagen in Betrieb halten, das geht nicht", erklärt er.
Also wird im Falle eines Stromausfalls Energie gespart, dort, wo es möglich ist. Zum Beispiel wird nur noch ein Teilbereich des St. Josefskrankenhauses beleuchtet. Außerdem funktionieren dann nicht mehr alle Heizungspumpen und Lüftungsanlagen. "Im Winter kann es dann in Bereichen des Hauses durchaus kalt werden", sagt Barth.
Kein Patient soll zu Schaden kommen, das steht im absoluten Vordergrund.
Übrigens: Einen weiteren Notfallplan bei einem Stromausfall gibt es nicht. "Das ist immer schon die Rückfall-Ebene, das heißt: Dann gibt es keine weiteren Rückfall-Ebenen", sagt Barth. Deshalb werden die Aggregatoren einmal im Monat gewartet. Einmal im Jahr wird ein Stromausfall simuliert.
Nicht repräsentative Umfrage: Freiburger kaum vorbereitet auf Stromausfall
Ein möglicher tagelanger Stromausfall - für viele Menschen in Freiburg scheint das weit weg zu sein, wie eine nicht repräsentative Umfrage in Freiburg zeigt. Man mache sich schon Gedanken darüber, sagt Passantin Charlotte (möchte ihren Nachnamen nicht nennen) aus Freiburg. Aber für einen solchen Fall ausgerüstet, ist sie trotzdem nicht. "Da bin ich schon ein bisschen träge, weil andere Sachen im Alltag doch wichtiger sind und dann vergisst man es auch wieder", sagt die Freiburgerin.
Umfrage in Freiburg: Wie vorbereitet sind die Menschen auf einen längeren Stromausfall?
Eine andere Passantin denkt da schon einen Schritt weiter: "Meine Bedenken wären: Toiletten, weil das Wasser muss ja gepumpt werden, das finde ich ein Riesenproblem." Ihre Lösung? "Ich habe einen Garten", sagt sie und lacht.