Nach den Wald- und Vegetationsbränden im Ortenaukreis am Dienstagnachmittag hat nun die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Die vielen Feuer seien ungewöhnlich, so die Polizei. Daher bestehe der Verdacht, dass die Brände nicht nur auf die Trockenheit zurückzuführen seien. Konkrete Hinweise auf Brandstiftung gebe es aktuell aber nicht.
Im Ortenaukreis ist die Feuerwehr auch zwei Tage nach Brandausbruch immer noch mit Nachlöscharbeiten an einem Waldstück zwischen Zell am Harmersbach und Biberach beschäftigt. "Vereinzelte Glutnester sind vorhanden", größere Flächenbrände hat es aber keine mehr gegeben, wie die Stadt Zell am Harmersbach mitteilte. Rund 100 Kräfte werden den Tag über noch vor Ort sein.
Am Dienstagnachmittag und -abend waren gleich mehrere Waldbrände in der Region ausgebrochen. Insgesamt waren mehr als 700 Einsatzkräfte in dieser Nacht mit den Löscharbeiten beschäftigt - darunter auch Feuerwehren aus dem Landkreis Emmendingen. Die Ursachen der Brände sind noch nicht geklärt, die Kriminalpolizei ermittelt gebündelt zu den Feuern.
20 Hektar Wald brennen bei Zell am Harmersbach
Bei Zell am Harmersbach ist eine Fläche von rund 16 Hektar betroffen. Das sind umgerechnet etwa 28 Fußballfelder. "Wir sind hier nach wie vor mit vielen Einsatzkräften im Wald unterwegs", sagt Viktor Liehr, stellvertretender Kreisbrandmeister im Ortenaukreis am Mittwoch. "Manche Bereiche mussten wir aufgeben, da können wir jetzt nicht gefahrlos rein, da schützen wir unsere Leute", sagt er. Bereiche wie im Inneren des Waldes. Diesen zu begehen sei unheimlich gefährlich, sagt er. Bäume könnten umfallen und Äste herunterstürzen. Hinzukommt der ungesicherte Steilhang.
Straße wegen Waldbrand gesperrt
Teile der L94 sind wegen der Löscharbeiten in diesem Bereich weiterhin gesperrt. Wegen des Brandes mussten Autofahrer zeitweise auch auf der angrenzenden B33 langsamer fahren, hieß es von der Polizei. Starker Rauch trübte die Sicht.
In einer Mitteilung des Ortenaukreises war am Dienstagabend von einer "angespannten Situation" die Rede. Vor allem die Wasserversorgung für die Einsatzkräfte sei schwierig gewesen, hieß es von der Polizei. Auch Winde hätten das Feuer immer wieder angefacht. Ein Polizeihubschrauber unterstützte den Einsatz.
Landwirte helfen bei Waldbrand
Teile der Flächen sollten am Abend zunächst kontrolliert weiterbrennen. Mehr als 600 Einsatzkräfte waren bei diesem Brand vor Ort im Einsatz, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit. Auch Landwirte aus der Region halfen den Einsatzkräften mit Löschwasser. Sie seien "echte Helfer in der Not" gewesen, sagte Landrat Thorsten Erny (CDU).
Teilweise brannte es an steilen Hängen. Mit Pumpfässern musste das Wasser bis zu 300 Meter den Hang nach oben gebracht werden. Die Feuerwehr nutzte Leitern um die Böschung hoch zu kommen. "Die Landwirte haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir über die Dauer des ganzen Einsatzes genügend Löschwasser hier zur Verfügung hatten", sagt Viktor Liehr, stellvertretender Kreisbrandmeister im Ortenaukreis. Ein Fahrzeug von einem Landwirt ersetze zwei Löschfahrzeuge, erklärt er. "Das erleichtert natürlich."
Weitere Brände bereits gelöscht
In der Nacht auf Mittwoch ist in Gengenbach-Schwaibach (Ortenaukreis) ein weiterer Brand ausgebrochen. Er konnte gegen 4 Uhr morgens gelöscht werden. Auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern brannten Sträucher und Bäume. Ein Wohnhaus wurde vorübergehend evakuiert. "Die Feuerwehr hat das Ganze schnell in den Griff bekommen", wie der Polizeisprecher sagte. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten bald darauf in das Haus zurückkehren. Rund 125 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Auch weiterer Brand an der B33 bei Biberach und Haslach wurde laut einem Sprecher der Polizei Offenburg am Dienstagabend vollständig gelöscht.
Ein Brand, der am Abend in Nordrach (Ortenaukreis) gemeldet wurde, ist ebenfalls gelöscht.