Transparente Solarmodule könnten dafür sorgen, dass Fenster, Wintergärten und Autodächer künftig eine doppelte Funktion haben: Vor Sonne, Wind und Wetter schützen - und gleichzeitig Strom erzeugen. Denn Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und der Universität Freiburg ist es erstmals gelungen, durchsichtige Solarmodule in Serie zu fertigen.
Solarmodule mit einer Lichtdurchlässigkeit von 43 Prozent
Die Solarmodule sind 14,5 mal 14,5 Zentimeter groß. Laut ISE lassen sie rund 43 Prozent des Lichts durch. "Wir sind optimistisch, dass wir die Transparenz noch deutlich steigern können, ohne den Wirkungsgrad zu beeinträchtigen", sagt Uli Würfel, Abteilungsleiter für Organische Photovoltaik am Fraunhofer ISE. Statt nur auf der Fensterscheibe angebracht zu sein, könnten Solarmodule mit einer Lichtdurchlässigkeit von deutlich über 50 Prozent herkömmliche Fenstergläser sogar ganz ersetzen.
Weil sie Schatten spenden und gleichzeitig Hitze abhalten, könnten sie in getönter Form auch klassische Sonnenschutzgläser im Auto oder Wintergarten ersetzen. Zudem würden sich die lichtdurchlässigen Solarmodule als biegsame Folien eignen - etwa für runde Flächen oder Camping-Ausrüstung.
Durchbruch in der Solarenergie: Neue PV-Module könnten Zusatzkosten senken
Mit den transparenten Solarzellen könnten Fassaden, Balkonbrüstungen oder Gewächshäuser Energie liefern, ohne zusätzlichen Platz zu beanspruchen oder die Optik eines Gebäudes zu stören. Die Forschenden sprechen von einem Durchbruch. Denn der entscheidende Vorteil der neuen Entwicklung liegt laut ISE in der Serienreife. Bisher war die Massenproduktion dieser Labor-Solarzellen gescheitert.
Die Forschenden konnten nun alle Schichten mit industriell etablierten Beschichtungsverfahren auftragen - was bedeutet, dass der Einsatz in handelsüblichen Baustoffen näher rückt. Das könnte die Zusatzkosten für Solartechnik bei Sanierungen oder dem Neubau von Gebäuden in Zukunft deutlich senken.