Tödlicher Biss in Genitalbereich

Silberrücken tötet zwei Gorillas im Basler Zoo

In der Gorillagruppe des Basler Zoos sind am Dienstag zwei jüngere Affen zu Tode gekommen. Beide Gorillas starben, nachdem der Silberrücken Yeba sie gebissen hatte.

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Von Autor/in Matthias Zeller

Im Basler Zoo sind nach schweren Bissen zwei Gorillas verendet. Schuld daran war offenbar der 14 Jahre alte Silberrücken Yeba, der Anführer der Gorilla-Gruppe. Als Silberrücken werden erwachsene männliche Gorillas bezeichnet, weil ihr Fell auf dem Rücken silbrig-grau ist.

Nach Angaben des Basler Zoos hatte Silberrücken Yeba das andere Gorilla-Männchen Mobali mit Bissen im Genitalbereich so schwer verletzt, dass Mobali nicht mehr urinieren konnte. Deshalb wurde der verletzte Gorilla dann von Tierärzten getötet. Laut Zoo ist die Aggression des Gorilla-Anführers ungewöhnlich, weil Mobali kastriert und deshalb eigentlich keine Konkurrenz für Yeba war. Ungewöhnlich ist demnach auch, dass Yeba danach das eigene Baby totgebissen hat. Das geschieht in freier Wildbahn eigentlich nur bei fremdem Nachwuchs. Der Zoo geht allerdings davon aus, dass dies unbeabsichtigt geschah.

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Gorillamutter trauert um toten Nachwuchs

Yeba hatte das erst vier Tage alte Baby der Gorillamutter weggenommen und sie nicht mehr in seine Nähe gelassen. Als es dann zu Rangeleien zwischen Yeba und der Gorilla-Mutter kam, hat Yeba das Jungtier in den Brustkorb gebissen und so getötet. Zoo-Sprecher Stefan Leimer teilte dem SWR dazu mit: "Der Vorfall wurde von einer Tierpflegerin beobachtet. Yeba ist mit dem Jungtier vor und nach dem Biss behutsam umgegangen. Als er sich von der Mutter entfernen wollte, hat er das Jungtier in den Mund genommen, um die Hände freizuhaben. Dabei kam es zur tödlichen Verletzung."

Wie auch in der Natur üblich trägt die Gorillamutter das tote Baby noch immer teilweise bei sich. Das kann Tage oder sogar Wochen dauern. Der Tod des Babys scheint sich nicht negativ auf die Beziehung zwischen Yeba und der Gorillamutter auszuwirken. Sie hat sich laut des Zoo-Sprechers schon wieder zu Yeba gesetzt als wäre nichts gewesen. In den nächsten Wochen wird bei den Gorillas im Basler Zoo der nächste Nachwuchs erwartet.

Nach Biss noch fünf Gorillas übrig

Nach dem Tod der beiden Tiere gibt es im Basler Zoo nun noch fünf Gorillas. Sie sind im Alter von 6 bis 37 Jahren. Der Basler Zoo greift nach eigenen Angaben nicht in das natürliche Verhalten der Gorillas ein. Das Affenhaus bleibt für das Publikum geöffnet.

Erst im vergangenen Jahr war Silberrücken M`Tongé verstorben.

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Matthias Zeller
Matthias Zeller leitet die Standorte Lörrach und Waldshut-Tiengen.

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