St. Galler Klosterplan ist Vorlage

Konstanzer Spieleautor entwickelt "Campus Galli"-Brettspiel

Inspiriert von der Klosterbaustelle "Campus Galli" in Meßkirch im Kreis Sigmaringen gibt es ein neues Brettspiel. Es basiert auf dem mittelalterlichen St. Galler Klosterplan.

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Von Autor/in Alfred Knödler

Der Konstanzer Spieleautor und Kunsthistoriker Steffen Bogen hat die Herausforderungen der Klosterbaustelle "Campus Galli" in Meßkirch in ein Spiel übertragen. Grundlage ist der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert.

Bei der Entwicklung des Spiels wurde Steffen Bogen sowohl von der St. Galler Stiftsbibliothek als auch vom Geschäftsführer der Klosterbaustelle in Meßkirch unterstützt. Denn auf der Klosterbaustelle "Campus Galli" errichten Handwerker und Ehrenamtliche mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts ein Kloster auf Grundlage des St. Galler Klosterplans. Und darum geht es auch im neuen Brettspiel: Ein Kloster anhand des Klosterplans aufzubauen. Dabei können die Spieler gegeneinander oder miteinander spielen.

Spielentwicklung dauerte drei Jahre

Drei Jahre lang hat Steffen Bogen an der Entwicklung des Spiels "Campus Galli" gearbeitet. Es soll im November in den Handel kommen. Getestet wurde das Spiel auch schon von Mitarbeitern des "Campus Galli" in Meßkirch. Für sie ist die Verbindung mit ihrer Baustelle etwas Besonderes.

Der Campus hat natürlich viele Fans. Das wird am Anfang auch dem Spiel was bringen. Ich hoffe, dass das Spiel aber auch Meßkirch wieder etwas zurückgeben kann.

Im Spiel geht es zunächst darum, Holz- und Steingebäude zu errichten. Im nächsten Level werden sie dann besiedelt und bespielt. Der Entwickler Steffen Bogen hat bewusst in das Brettspiel auch eine Äbtissin integriert. Denn es gebe bisher zwar viele mittelalterliche Klosterspiele, aber nur wenige mit Frauenrollen, so Bogen.

Die Umsetzung des St. Galler Klosterplans aus dem 9. Jahrhundert gibt es jetzt auch als Brettspiel "Campus Galli".
Probespielen auf der Klosterbaustelle Campus Galli mit Spieleautor Steffen Bogen (v.r.) Alfred Knödler

St. Galler Klosterplan entstand auf der Insel Reichenau

Der St. Galler Klosterplan ist laut Spielbegleitheft um 825 von zwei Mönchen auf der Insel Reichenau im Bodensee entwickelt und gezeichnet worden. Die Mönche seien Reginbert, der Bibliothekar des Klosters, und sein Schüler Walahfrid Strabo gewesen. Strabo wurde später auch Abt des Klosters Reichenau. Aktuell widmet sich aus Anlass des 1.300-jährigen Jübiläums der Klosterinsel Reichenau auch die Große Landesausstellung in Konstanz unter anderem dem berühmten St. Galler Klosterplan.

Messkirch

SWR Tübingen Serie zum Mittelalter Alle Artikel über die Klosterbaustelle Campus Galli bei Messkirch

Hier finden Sie gesammelt die Artikel von Friederike Dauser über die Klosterbaustelle Campus Galli bei Messkirch (Kreis Sigmaringen).