Einmal pro Woche bietet die Abteilung Integration der Stadt Friedrichshafen ein Treffen für Deutsch-Lernende, insbesondere Geflüchtete, und Muttersprachler an. In lockerer Atmosphäre sollen sich spontan Tandem-Partner zusammentun. Diese können dann die Promenade am See mit den Eisdielen und Cafés nutzen, um ins Gespräch zu kommen. Denn viele Migranten haben nicht viel Gelegenheit, außerhalb ihrer Deutsch-Kurse Deutsch zu sprechen.
"Deutsch to go": Viele Freiwillige kommen zu den Treffen
Am Montagvormittag trafen zehn Freiwillige ein. Von den Lernenden ist zunächst nur einer da. Der hat sich aber extra frei genommen, um dabei sein zu können. Er war auch schon beim ersten Mal vor einer Woche dabei und überzeugt. Deshalb wollte er unbedingt wiederkommen. Nach und nach kommen noch vier andere junge Migranten dazu, die nach einem Sprachtandem suchen.
In Überlingen fand das Angebot "Deutsch-to-go" auch schon statt, der SWR berichtete 2023 darüber:
So laufen um kurz nach elf dann fünf Paare in alle Richtungen los. Nach 45 Minuten wollen sie sich wieder an der Promenade treffen. Bastian Rädle von der Stadt Friedrichshafen hofft, dass es dabei nicht bleibt:
Im besten Falle entstehen auch Freundschaften.
Tatsächlich hätten sich schon Tandem-Paare für den nächsten Montag wieder verabredet, so Rädle. Besonders zufrieden sei er mit der Teilnahme in der Vorwoche. Denn auch da hätten sich schon vier Tandems gebildet. Daran hinderte sie auch das schlechte Wetter nicht. Was dann auch gleich für die erste sprachliche Herausforderung gesorgt habe, erzählt Simone Hartel. Sie ist Organisatorin der Treffen und arbeitet ebenfalls für die Abteilung Integration. "Den Ausdruck 'Wir sind doch keine Weicheier' zu erklären, war schon etwas schwierig", berichtet sie.
Sprach-Tandems - Teilnehmende lernen sich besser kennen
Eine Dreiviertelstunde später kommen die Tandems wieder aus allen Richtungen zurück zum Treffpunkt. Zwei davon sind Ute Reiner und Tetiana Krit. Krit kommt aus der Ukraine und lernt seit einem Jahr Deutsch. Die beiden sprechen wie die meisten anderen Duos noch eine Weile weiter. "Ich habe so vieles gelernt aus anderen Ländern, Dinge die ich vorher nicht wusste", sagt Reiner.
Der entspannte Ansatz mit der Freiheit, sich einfach in ein Café setzen zu können, habe sie überzeugt, sagt Ute Reiner. In der aktuellen politischen Lage sei es ihr wichtig, sich an solchen Initiativen zu beteiligen.
Es wird zu viel über Abschiebungen gesprochen, da habe ich eine ganz andere Haltung.
Treffpunkt für die Initiative "Deutsch to go" ist jeden Montag in Friedrichshafen um 11 Uhr an der Uferpromenade unterhalb des Antoniusbrunnens. Die Abteilung Integration freut sich für die Planbarkeit über Anmeldungen unter der Mailadresse "deutschtogo@friedrichshafen.de". Spontane Teilnehmende sind aber ebenfalls willkommen.