Pedelec entzündete sich: Mehrere Verletzte in Unteruhldingen

Gefahrenquelle Akku - das rät die Feuerwehr zur Brandverhinderung

Ein Brand in Unteruhldingen wurde wohl durch einen Fahrrad-Akku ausgelöst, der explodierte. Welche Gefahrenquellen lauern in Lithium-Ionen-Akkus? Ein Feuerwehrmann gibt Tipps.

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Von Autor/in Rebecca Lüer

Fehler bei der Handhabung von Lithium-Ionen-Akkus können durchaus ernste Folgen haben. Immer wieder müssen Einsatzkräfte ausrücken, weil ein Akku einen Brand ausgelöst hat. So war der Akku eines Pedelecs offenbar die Ursache für ein Feuer in Unteruhldingen, einem Ortsteil von Uhldingen-Mühlhofen (Bodenseekreis).

Fahrrad-Akku entzündete sich in der Ferienwohnung

Bei dem Brand am Donnerstag wurden mehrere Menschen verletzt und es entstand ein Schaden von rund 400.000 Euro. Wie die Polizei mitteilte, entzündete sich der Akku in einer Ferienwohnung in Unteruhldingen. Die Feuerwehr spricht von einer Explosion des Akkus. Ein 63-Jähriger, der auf den Brand aufmerksam wurde, versuchte noch, den Akku aus dem Haus zu bringen und zog sich dabei Verbrennungen zu. Durch Funkenflug waren laut Polizei aber bereits mehrere Möbel in der Wohnung in Brand geraten.

Ein explodierter Akku sorgt für einen Brand in einem Haus. Die Feuerwehr ist im Einsatz.
Explodierter Akku - ein Zimmer steht in Unteruhldingen in Flammen. Pressestelle Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis e.V.

Sechs Menschen im Alter zwischen 5 und 92 Jahren wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Das Gebäude sei derzeit unbewohnbar, so die Polizei.

Akku-Explosion auch Grund für Brand im Deggenhausertal

Erst im März war im Keller eines Hauses im Deggenhausertal ebenfalls ein Fahrrad-Akku in Brand geraten. Es entstand ein Schaden von rund einer halben Million Euro. Der Bewohner des Einfamilienhauses hatte zunächst einen Knall aus dem Keller gehört. Auch hier war das Gebäude zunächst unbewohnbar.

Feuerwehr: Akkus bieten mehrere Gefahrenquellen

Man könne durchaus einiges falsch machen beim Gebrauch von Lithium-Ionen-Akkus, sagt Martin Scheerer vom Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis. Solche Lithium-Ionen-Akkus, wie sie unter anderem in Elektro-Fahrrädern verwendet werden, hätten eine sehr hohe Energiedichte. Die Original-Akkus seien recht sicher, so Scheerer. Bei einem Nachbau-Akku, der eventuell nicht zum Ladegerät passt, sei allerdings nicht auszuschließen, dass es zu einem Brand kommt. Auch beim Kauf eines Ladegerätes ist aus Sicht des Experten darauf zu achten, dass es sich um das richtige Modell für den Akku handelt.

Eine weitere Gefahrenquelle für einen Brand sieht Feuerwehrmann Martin Scheerer in einem beschädigten Akku. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn der Akku auf den Boden fällt. Der innere Schaden falle zunächst vielleicht gar nicht auf.

Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus Gefährlicher Müll: Brände durch E-Zigaretten oder Handys

Was haben E-Zigaretten, Bohrmaschinen und singende Grußkarten gemeinsam? Oft enthalten sie Lithium-Ionen-Akkus. Landen diese im Müll, können sie sich selbst entzünden.

Akku während Ladevorgang nicht unbeaufsichtigt lassen

Martin Scheerer empfiehlt, Akkus nicht unbeaufsichtigt zu laden. Nach Möglichkeit sollte das Laden auch nicht in Wohn- oder Kellerräumen stattfinden. Das gelte eigentlich für alle Lithium-Ionen-Akkus, die eine hohe Energiedichte aufweisen. Diese seien zum Beispiel auch in Drohnen verbaut, aber mittlerweile auch in vielen Alltags-Gegenständen wie etwa Taschenlampen. Ein weiterer Punkt: Akkus sollten nicht bei extremen Temperaturen aufbewahrt oder geladen werden.

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