In der Fußball Oberliga Baden-Württemberg beginnt an diesem Wochenende die neue Saison. Der FV Ravensburg ist seit vielen Jahren mit dabei. Neu dagegen ist der TSV Singen. Der Klub ist Überraschungsaufsteiger und hatte nur wenige Wochen Zeit, sich auf die Oberliga vorzubereiten.
Plötzlich in der Oberliga
Vor gerade mal sechs Wochen schaffte der TSV Singen den Aufstieg. In der Relegation gegen Holzhausen. Und das völlig überraschend. "Das war nicht der Plan", schmunzelt Vereinssprecher Cengiz Bozkurt. Aber der TSV Singen wagt das Abenteuer mit einer klaren Ansage: "Wir wollen 40 Punkte schaffen und kein Abstiegskandidat sein", so Bozkurt.
Der TSV Singen ist ein Multi-Kulti Verein
Der TSV steht bei diesem Singener Klub nicht etwa für Turn- und Sportverein. So wie das bei vielen Vereinen üblich ist. Beim Singener Klub steht TSV für Türkischer Sportverein. "Wir haben türkische Wurzeln, wir sind aber ein deutscher Verein", betont Bozkurt. Und ein selbst ernannter "Multi Kulti Talent-Klub", wie auf der homepage steht. Im Verein spielen und engagieren sich Menschen aus mehr als zehn Nationen.
Von Erfolg zu Erfolg
Sportlich hat der TSV Singen in den zurückliegenden Jahren Erfolge gefeiert in einer Serie, wie sie im Amateurfußball eher selten ist. 2016 noch spielte der TSV in der Fußball Kreisliga B. Von da an aber ging es steil bergauf. Über Kreisliga A, Bezirksliga und Landesliga schaffte Singen 2024 in kürzester Zeit den Sprung in die Verbandsliga Südbaden. In dieser Klasse gelang der Mannschaft aus Singen ein Durchmarsch. Über die Relegation in die Oberliga.
Neue Toiletten für die Oberliga
Der überraschende Aufstieg ist aber eine Herausforderung. Es herrsche zwar "Aufregung und Begeisterung", meint der Klubsprecher. Doch in den wenigen Tagen bis zum Saisonstart galt es vor allem die Infrastruktur Oberliga-tauglich zu machen. So wurden zum Beispiel im Stadion neue und zusätzliche Toiletten eingerichtet. Der TSV Singen hat dazu noch ein Gebäude angemietet, saniert und zum Klubheim umfunktioniert.
Wenig Zeit für die Kaderplanung
Parallel dazu mussten die Verantwortlichen schauen, dass sie eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen. Viel Zeit blieb dafür nicht. Etwa eine Hand voll neue Spieler seien verpflichtet worden. Es gebe aber auch Abgänge. Der Kader umfasse etwa 23 Kicker, so Bozkurt. Der Verein will sich aber noch mit ein bis zwei Spielern verstärken.
Alle im Team kommen laut Verein aus Singen und der weiteren Umgebung. Cengiz Bozkurt ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass der TSV Singen auf viele Zuschauer aus Singen hofft.
Wir sind ein Singener Verein
Ravensburg feiert Auftaktsieg
Seine Oberliga-Premiere hat der TSV Singen am ersten August-Sonntag zuhause. Gegner ist Türkspor Neckarsulm. Anpfiff ist um 15 Uhr. Für den FV Ravensburg begann die Saison am Samstag mit dem Auswärtsspiel beim 1. Göppinger SV. Der Saisonstart war vielversprechend. Ravensburg siegte gegen den Regionalliga-Absteiger mit 3:1.
Der FV Ravensburg hofft auf eine bessere Saison
Im Gegensatz zum TSV Singen spielt der FV Ravensburg schon seit 2013 im Oberhaus des Amateurfußballs in Baden-Württemberg. In der vergangenen Saison standen die Oberschwaben im Abstiegskampf. Den hätten sie auch verloren, wäre die TSG Balingen nicht über die Relegation in die Regionalliga aufgestiegen.
Deswegen gilt in dieser Saison erst mal "nichts mit dem Abstieg zu tun haben", sagt der FV-Vorstandssprecher Carlo Horn. Und das sollte so schnell wie möglich feststehen, fügt er hinzu. Beim FV Ravensburg haben etwa zehn Spieler den Verein verlassen. Acht sind dazugekommen. Darunter zwei Jungs aus der eigenen Jugend.
FV will verstärkt auf eigenen Nachwuchs bauen
Wieder mehr Nachwuchstalente aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft integrieren, das müsse das Ziel in Zukunft sein, meint Horn. Im vergangenen Jahr fertig gestellten FV-eigenen Nachwuchszentrum sollen sie an die Aufgaben und Herausforderungen in der höchsten Amateurliga in Baden-Württemberg herangeführt werden.
Und so will der FV-Sprecher derzeit nicht viel von Regionalliga-Ambitionen wissen. Davon wurde in den vergangenen Jahren im Schussental immer wieder geträumt.