Billige Konkurrenz, steigende Kosten

Gemüse Reichenau: Social Media kurbelt Gurken-Verkauf an - Bilanz trotzdem durchwachsen

Die Bilanz der Erzeugergemeinschaft Gemüse Reichenau für das vergangene Jahr fällt durchwachsen aus. Kurios: Gurken liefen wegen eines Social-Media-Trends besonders gut.

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Von Autor/in Esther Leuffen

Den Gemüsegärtnern von der Reichenau im Kreis Konstanz haben im vergangenen Geschäftsjahr die billigere Konkurrenz, das Wetter und steigende Produktionskosten zu schaffen gemacht. Die Bilanz der Genossenschaft für das vergangene Jahr fällt deshalb durchwachsen aus.

Social-Media-Trend steigert heimische Gurken-Nachfrage von Reichenau

Ein skurriler Effekt im Jahr 2024: die Gurken liefen besonders gut. Denn es gab einen Social-Media-Trend, der Gurken als besonders gesund und kalorienarm anpries. Die Nachfrage etwa in Großbritannien und Skandinavien sei daraufhin explodiert, sodass die Gurken aus den Beneluxländern vor allem dorthin exportiert wurden, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer der Genossenschaft Christian Müller gegenüber dem SWR.

Die Reichenauer Gurken hatten so auf dem heimischen Markt weniger Konkurrenz und wurden gerade in Süddeutschland gut verkauft. Massiv sei hingegen die billigere Konkurrenz beim Salat aus dem Gewächshaus und den Tomaten gewesen – vor allem aus Südeuropa und den Beneluxländern.

Insgesamt haben die Reichenauer Gemüsegärtner im vergangenen Jahr laut Genossenschaft rund 15.000 Tonnen Frischgemüse produziert - ein durchschnittliches Ergebnis, wie es hieß. Der Bio-Anteil liegt laut Angaben der Gemüse Reichenau bei 55 Prozent.

Eine Gärtnerin erntet einen Salatkopf im Gewächshaus. Die Bilanz für 2024 fällt für die Erzeuger durchwachsen aus.
Eine Gärtnerin erntet einen Salatkopf im Gewächshaus. Die Bilanz für 2024 fällt für die Erzeuger durchwachsen aus. Martin Hattenberger

Versorgungssicherheit mit heimischem Gemüse gefährdet

Auch wegen der Unwägbarkeiten beim Wetter und der steigenden Betriebsmittelkosten überlegten immer mehr Gemüsegärtner aufzuhören. Dies sei der Fall, wenn sie ein entsprechendes Alter erreicht hätten und es keinen Nachfolger gebe. Es sei immer schwieriger wirtschaftlich zu arbeiten, so Müller. Die steigenden Kosten ließen sich nur zum Teil auf die Produkte umlegen. In Deutschland würden die Verbraucher Wert auf günstige Produkte legen. Vor diesem Hintergrund sei die Versorgungssicherheit mit heimischem Gemüse in Zukunft gefährdet.

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Esther Leuffen
SWR-Redakteurin Esther Leuffen Autorin Bild