Enttäuschung bei Kommunen

Sommerferien ohne Zug: Bahnstrecke am Bodensee länger gesperrt

Aus Wochen werden Monate: Die Bahnstrecke zwischen Kressbronn und Lindau bleibt länger gesperrt als ursprünglich geplant. Urlauber müssen auf Busse ausweichen.

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Eigentlich hätten in dieser Woche wieder Züge zwischen Kressbronn (Bodenseekreis) und Lindau fahren sollen, doch die Zugstrecke bleibt nun voraussichtlich bis Anfang Oktober gesperrt. Grund dafür sind laut Bahn Verzögerungen bei Bauarbeiten. Bei betroffenen Kommunen herrscht Ärger und Enttäuschung, denn aus einer Sperrung von vier Wochen werden nun voraussichtlich drei Monate.

Streckensperrung trifft Bodensee-Tourismus in den Sommerferien

"Das trifft uns natürlich sehr", sagt Tobias Pellot (parteilos), der Bürgermeister der Gemeinde Nonnenhorn am Bodensee (Kreis Lindau). Die Ferien in Baden-Württemberg und Bayern stehen vor der Tür. Urlauber müssen weiter den Schienenersatzverkehr nutzen und umsteigen, wenn sie nach Friedrichshafen oder auf die Lindauer Insel möchten.

"Das ist natürlich jetzt nicht so der Komfort, den die Leute bisher gewohnt sind", so Pellot. Angefangen hatte die Sperrung zwischen Lindau-Reutin und Kressbronn vor vier Wochen. Betroffen sind die Regional-Express-Linien 3 und 5 sowie die Regionalbahn 93 zwischen Friedrichshafen und Lindau, im Fernverkehr die ICE-Verbindung zwischen Dortmund und Innsbruck.

Jetzt müssen wir allen wieder sagen, dass es genau umgekehrt ist, dass es noch mal zwei Monate so geht.

Lindau appelliert an Bahn, Arbeiten an Zugstrecke zu beschleunigen

Enttäuschung auch in Lindau: Mit dem Beginn der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg starte eine wichtige Reisezeit mit enorm hohem Verkehrsaufkommen. Eine eingeschränkte Bahnanbindung und Schienenersatzverkehr erschweren die Mobilität in der gesamten Region drastisch, heißt es aus dem Rathaus.

Die Stadt hat deshalb auch klare Erwartungen an die Bahn. Sie solle alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Arbeiten zu beschleunigen und die Belastungen für Fahrgäste und die Region so gering wie möglich zu halten.

Unerwartete Probleme: Schotterbett für Gleis nicht mehr stabil genug

Die Bahn führt für die längere Sperrung unerwartete Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten am Bahnhof Lindau-Aeschach an. Das Bahnhofsgleis in Richtung Friedrichshafen müsse kurzfristig komplett erneuert werden. Das Schotterbett, auf dem das Gleis liegt, sei nicht mehr stabil. Außerdem seien Altfundamente entdeckt worden, die zusätzliche Arbeiten nötig machten.

In einem 20 Millionen Euro teuren Bauvorhaben entstehen am Bahnhof Lindau-Aeschach unter anderem zwei neue Außen-Bahnsteige, außerdem eine barrierefreie Verbindung zwischen den Bahnsteigen sowie zwei neue Aufzüge. Nach Angaben der Bahn soll der Bahnhof künftig auch an die Strecke nach Buchloe angebunden werden. Die Arbeiten sollen im Dezember 2027 fertig sein.

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SWR

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