Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) wirft dem ZF-Betriebsratschef Achim Dietrich vor, er missbrauche den Betriebsrat für die Interessen der Gewerkschaft IG Metall. Am Arbeitsgericht Ravensburg wurde der Konflikt am Dienstagvormittag ausgetragen.
Die Richterin stellte gleich zu Beginn der Verhandlung klar: Eine vorläufige Amtsenthebung, wie im Falle des ZF-Betriebsratsvorsitzenden von der Gewerkschaft CGM angestrebt, gebe es nur in sehr seltenen Fällen und bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen. Die CGM zog im Laufe des Prozesses ihren Antrag zurück, wie von der Richterin vorgeschlagen. Sie forderte die beiden Parteien auf, miteinander zu reden.
CGM zeigt sich nach Prozess gesprächsbereit
Die Geschäftsführerin der CGM in Friedrichshafen, Sabine Jastrob, erklärte gegenüber dem SWR, sie sei gesprächsbereit, könne aber weitere Verfahrensanträge nicht ausschließen.
Von unserer Seite aus bieten wir sehr gerne an, dass wir Gespräche führen.
Die CGM-Geschäftsführerin betont, dass sie den Antrag aus rein formellen Gründen zurückgezogen hätte. Sollte sich der ZF-Betriebsratsvorsitzende Gesprächen verschließen, hätten sie als Gewerkschaft keine andere Chance, als eine weitere Klage einzureichen.
Anwalt wirft CGM Eigeninteressen vor
Für Manuel Gulde, den Rechtsanwalt des ZF-Betriebsratsvorsitzenden, ist das Verfahren erledigt, wie er gegenüber dem SWR erklärte. Er wirft der CGM vor, Eigeninteressen über die Interessen der Beschäftigten zu stellen.
Wir sind froh, dass das Gericht diesem Unterfangen heute in aller Deutlichkeit Einhalt geboten hat.
Nach dem Termin am Dienstag will man sich laut Gulde wieder auf seine Kernaufgabe fokussieren: die Vertretung der Beschäftigteninteressen.
Großes Interesse an Prozess in Ravensburg
Das Interesse an dem Termin vor dem Arbeitsgericht war groß. Zahlreiche ZF-Betriebsräte, Mitglieder der CGM und IG Metall hatten im Gerichtssaal keinen Platz mehr und mussten auf dem Flur stehen.