Am frühen Montagmorgen sind in geschmückten Booten die Pilger aus Moos über den See nach Radolfzell (beide Kreis Konstanz) gekommen. Bei der Ankunft in Radolfzell wurde "Großer Gott, wir loben Dich" angestimmt. Die Boote schmückten die Wallfahrer im Vorfeld der Prozession liebevoll selbst.
Mooser Wasserprozession mit langer Geschichte
Der Überlieferung nach haben die Menschen in Moos einst ein Gelübde abgelegt. Im 18. Jahrhundert waren sie von einer verheerenden Viehseuche verschont geblieben – und gelobten, alljährlich am sogenannten Hausherrenmontag nach Radolfzell zu pilgern und den Stadtpatronen Theopont, Senesius und Zeno für ihre Hilfe zu danken.
Größere Boote für Zuschauer begleiten die Ruderboote. Am Ufer angekommen, bereiten viele Schaulustige den Wallfahrern einen großen Empfang. Danach zogen die Menschen dann zum Radolfzeller Münster, dort war ein Gottesdienst.
Hausherrenfest wird seit Freitag gefeiert
Die Mooser Wasserprozession ist ein Teil des traditionellen Hausherrenfestes in Radolfzell, das in diesem Jahr das 300. Mal gefeiert wird. Seit Freitag organisieren zahlreiche Vereine gemeinsam mit der Stadt ein Programm mit Konzerten und Vorführungen.
Mit einer Kinder-Prozession zu Ehren der Hausherren, der drei Stadtpatrone von Radolfzell, begann am Freitagnachmittag das Festwochenende. Es erinnert an die drei Heiligen Theopont, Senesius und Zeno, deren Reliquien im Radolfzeller Münster verehrt und am Sonntag in einer Prozession durch die Altstadt getragen wurden. Zum Hausherrenfest gehören unter anderem eine Wallfahrtsmesse, Konzerte und ein Feuerwerk.